Wie internationale Studierende Deutschland Milliarden bringen – doch die Debatte stockt
Lina LangeWie internationale Studierende Deutschland Milliarden bringen – doch die Debatte stockt
Deutschland könnte durch internationale Studierende Milliarden verdienen – doch die Debatte über Studiengebühren und Fachkräftemangel bleibt
Nach neuen wirtschaftlichen Prognosen könnte Deutschland durch internationale Studierende Milliarden einnehmen. Eine aktuelle Studie zeigt: Jede Gruppe von 1.000 Erstsemestern bringt der Wirtschaft über 44 Jahre hinweg 620 Millionen Euro ein. Gleichzeitig wird im Land diskutiert, ob Studiengebühren eingeführt werden sollen und wie Absolventinnen und Absolventen mit wertvollen Qualifikationen im Land gehalten werden können.
Der Jahrgang 2022 der internationalen Studierenden erwirtschaftet bereits jetzt einen öffentlichen Überschuss von 7,36 Milliarden Euro. Dennoch geben deutsche Steuerzahlerinnen und Steuerzahler jährlich rund 11.000 Euro pro Studierendem für deren Ausbildung aus. Diese Investition zahlt sich aus: Höhere Bleibequoten mildern den Fachkräftemangel und steigern die Staatseinnahmen.
Einige Bundesländer testen neue Ansätze, um Absolventen im Land zu halten. Sachsen hat einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der nicht-europäischen Studierenden die Studiengebühren erlassen soll – vorausgesetzt, sie arbeiten nach ihrem Abschluss fünf Jahre lang im Freistaat. Das Gesetz könnte als Vorbild für andere Regionen dienen.
Aktuell erhebt Baden-Württemberg von Studierenden aus Drittstaaten 1.500 Euro pro Semester – ein Modell, das auch in zwei Dritteln der europäischen Länder gilt. Ohne kontinuierliche Zuwanderung droht Deutschland ein Jahrzehnt wirtschaftlicher Stagnation. Expertinnen und Experten schätzen, dass die Erwerbsbevölkerung nur dann stabil bleibt, wenn die Nettozuwanderung bis 2035 jährlich 400.000 Menschen erreicht.
Die Bindung internationaler Studierender könnte Deutschland helfen, wirtschaftliche Abschwünge zu vermeiden und gleichzeitig dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen. Die in Sachsen diskutierten Rückzahlungsmodelle könnten mehr Absolventen zum Bleiben motivieren. Bei Erfolg könnten ähnliche Regelungen bundesweit Schule machen.






