Wie eine Apothekerin in Oberfranken seit 25 Jahren mit Fairness überzeugt
Lina LangeWie eine Apothekerin in Oberfranken seit 25 Jahren mit Fairness überzeugt
Claudia Bauer führt seit 25 Jahren ihre Apotheke in Steinbach am Wald
Der kleine bayerische Ort, eingebettet in die Nähe des Grünen Bandes und durchquert vom Rennsteig-Wanderweg, bietet eine ruhige Kulisse für ihr Geschäft. Anders als viele Konkurrenten setzt Bauer auf ein zurückhaltendes Rabattkonzept – dennoch akzeptiert sie in ihrer Apotheke auch Gutscheine von Mitbewerbern.
1999 zog Bauer von Bonn in den oberfränkischen Landkreis Kronach, um die Apotheke zu übernehmen. Über die Jahre hat sie sich einen Ruf für Fairness erarbeitet, selbst durch die Annahme von Rabattgutscheinen der Konkurrenz – eine Praxis, die 2016 rechtlich bestätigt wurde, als der Bundesgerichtshof sie für zulässig erklärte. Diese Strategie ist nicht neu: Die Drogeriekette Müller setzte sie bereits Jahre zuvor ein.
Während Bauer gelegentlich Aktionen mit rund 20 Prozent Rabatt anbietet, stören sie extreme Preisnachlässe von bis zu 52 Prozent. Solche drastischen Reduzierungen, so ihre Meinung, gaukeln Kunden vor, Apotheken verfügten über unerschöpfliche Mittel – was schlicht nicht stimmt. Stattdessen setzt sie auf kleine Gesten, etwa das kostenlose Verteilen von Taschentuchpackungen, wenn es jemandem den Tag versüßt.
Aktuell sucht Bauer Verstärkung für ihr Team: Sowohl Apotheker als auch Pharmazeutisch-technische Assistenten sollen ihr Personal ergänzen.
Das Urteil von 2016 bleibt die letzte große rechtliche Weichenstellung zur Gutscheinannahme in deutschen Apotheken. Bauer bleibt ihrem ausgewogenen Kurs treu – mit maßvollen Rabatten und kundenfreundlichen Prinzipien. Ihre Strategie vereint betriebswirtschaftliche Vernunft mit dem Bestreben, das Vertrauen in ihrer Gemeinde zu bewahren.






