Wie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert
Nico SchulzWie ein syrischer Flüchtling in Bremen mit einem Repair-Café Nachhaltigkeit fördert
Karem Hasan betreibt in Bremens Stadtteil Neue Vahr ein Repair-Café, in dem Anwohner kaputte Geräte kostenlos reparieren lassen können. Hinter der Heilig-Geist-Kirche arbeitet er mit seinem kleinen Team an allem – von Toastern bis zu Laptops. Bald erhält seine Initiative zusätzlichen Rückenwind durch das neue „Recht auf Reparatur“, das im Juli in Kraft tritt.
Hasan eröffnete das Repair-Café nur acht Monate nach seiner Ankunft in Bremen im Jahr 2018. Vor seiner Flucht aus Syrien war er in Damaskus als Elektroniker und Berufsschullehrer tätig. Mittlerweile deutscher Staatsbürger, hat er keine Pläne, in seine Heimat zurückzukehren.
Das Café hat jeden Samstag von 10 bis 14 Uhr an der August-Bebel-Allee 276 geöffnet. Auch unter der Woche ist gelegentlich Betrieb: Hasans Frau und ein ukrainischer Praktikant unterstützen ihn dabei. Kunden bringen eigene Ersatzteile mit oder erhalten Hilfe bei der Beschaffung.
Ab Juli werden die neuen EU-Regelungen zum „Recht auf Reparatur“ seine Arbeit erleichtern. Die Vorschriften zielen darauf ab, Ersatzteile und Reparaturinformationen leichter zugänglich zu machen. Hasan, der im Dezember 2024 der SPD beigetreten ist, sieht darin die Chance, sein Angebot weiter auszubauen.
Das Repair-Café bleibt für die Gemeinschaft eine kostenlose Anlaufstelle – ohne Arbeitskosten für die Kunden. Hasans Erfahrung als Elektroniker und Pädagoge prägt seinen praktischen Ansatz. Mit den anstehenden gesetzlichen Änderungen wird seine Werkstatt für Bremer Bürger noch wertvoller werden.






