Warum internationale Studierende in Deutschland oft bleiben – trotz anfänglicher Rückkehrpläne
Tim RichterWarum internationale Studierende in Deutschland oft bleiben – trotz anfänglicher Rückkehrpläne
Deutschland bleibt das beliebteste Ziel für internationale Studierende außerhalb der englischsprachigen Länder. Viele kommen, um MINT-Fächer zu studieren – sie machen mehr als die Hälfte der gewählten Studiengänge aus. Doch trotz des hohen Bedarfs an Fachkräften bleibt nur ein kleiner Teil dieser Studierenden langfristig im Land – wer jedoch bleibt, hat oft gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.
Ein neuer Bericht zeigt die Herausforderungen und Möglichkeiten für internationale Studierende in Deutschland auf. Wer Praktika absolviert, eine firmengebundene Abschlussarbeit schreibt oder einen studiennahen Nebenjob ausübt, steigert seine Jobchancen um 84 Prozent. Dagegen sinken die Beschäftigungsaussichten bei Studierenden mit nicht fachbezogenen Minijobs um etwa 28 Prozent.
Auch Deutschkenntnisse spielen eine entscheidende Rolle. Nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden haben verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan. Dennoch verbessert sich die Einstellungschance deutlich, wenn sie die Sprache beherrschen – selbst für Stellen, die auf Englisch ausgeschrieben sind.
Aktuell fehlen in Deutschland 148.500 MINT-Fachkräfte. Da in den nächsten zehn Jahren zusätzlich 1,85 Millionen Beschäftigte aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden werden, dürfte sich die Lücke weiter vergrößern. Absolventen internationaler Herkunft von deutschen Hochschulen haben dabei einen klaren Vorteil: Sie finden dreimal häufiger einen Job als Migranten, die ausschließlich zum Arbeiten einreisen.
Viele Studierende planen zunächst nur einen kurzen Aufenthalt, ändern ihre Meinung aber nach dem Berufseinstieg. Rund 26 Prozent der Befragten, die ursprünglich gehen wollten, entschieden sich schließlich für ein Bleiben in Deutschland. Wer über ein Studium einwandert, möchte zudem 1,6-mal häufiger dauerhaft im Land bleiben.
Die Ergebnisse zeigen klare Wege auf, wie internationale Studierende ihre Jobaussichten in Deutschland verbessern können. Fachbezogene Berufserfahrung und Deutschkenntnisse erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Anstellung. Angesichts des Fachkräftemangels könnten diese Absolventen helfen, kritische Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu schließen.






