Verkehrsminister blockieren Zweipersonen-Pflicht in Zügen trotz Gewaltwelle gegen Bahnmitarbeiter
Amelie BrandtVerkehrsminister blockieren Zweipersonen-Pflicht in Zügen trotz Gewaltwelle gegen Bahnmitarbeiter
Verkehrsminister lehnen Pflicht zu Zweipersonen-Besatzungen in Zügen ab
Trotz jüngster Angriffe auf Bahnmitarbeiter haben die Verkehrsminister in Deutschland Forderungen nach einer bundesweiten Verpflichtung zu Zweipersonen-Teams in Zügen zurückgewiesen. Die Entscheidung fällt nach einem tödlichen Übergriff auf einen Zugbegleiter Anfang Februar sowie weiteren gewalttätigen Vorfällen. Gewerkschaften, darunter die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), hatten die Maßnahme als notwendigen Schutz für das Personal gefordert.
Auf der Konferenz der Verkehrsminister wurde über die zunehmende Gewalt gegen Bahnbeschäftigte beraten. Statt einer flächendeckenden Zweipersonen-Regelung setzten die Minister auf regionale Lösungen, die sich am Bedarf orientieren. Gleichzeitig sprachen sie sich für ein bundesweites Verbot von Waffen und Messern im Personenverkehr aus.
EVG-Chef Martin Burkert kritisierte das Ergebnis scharf und warnte, dass die Gewalt gegen Mitarbeiter weiter zunehmen werde. Seine Äußerungen folgten auf eine Reihe von Vorfällen, darunter ein Pfefferspray-Angriff in Pforzheim und verbale Bedrohungen gegen Beschäftigte Ende Februar. Eine offizielle Statistik zu den Attacken im Jahr 2024 liegt zwar noch nicht vor, doch Berichte verdeutlichen die wachsenden Risiken für das Personal.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder kündigte an, die Sicherheitsvorkehrungen bis Ende April zu überprüfen. Derzeit laufen Gespräche mit Behörden, um die Überwachung an Bahnhöfen zu verbessern. Die Deutsche Bahn hat unterdessen damit begonnen, Servicekräfte mit Körperkameras auszustatten und die Ausweiskontrollen für Fahrkartenprüfer abgeschafft. Schnieder betonte zudem, dass die Bundesregierung die Maßnahmen im Rahmen des bestehenden Haushalts umsetzt.
Mit der Ablehnung der Zweipersonen-Pflicht bleibt die Sicherheit weiterhin in der Verantwortung der regionalen Betreiber. Die neuen Regelungen der Deutschen Bahn, wie der Einsatz von Körperkameras, sollen das Personal schützen, während die Politik auf verschärfte Waffenvorschriften setzt. Die Überprüfung der Sicherheitskonzepte soll bis Ende April abgeschlossen sein.






