Über 760.000 Rentner in Deutschland brauchen Grundsicherung – und es werden mehr
Nico SchulzÜber 760.000 Rentner in Deutschland brauchen Grundsicherung – und es werden mehr
Mehr als 760.000 Rentner in Deutschland sind derzeit auf Grundsicherungsleistungen angewiesen – das entspricht etwa 4,3 Prozent aller Ruheständler. Viele kämpfen inzwischen mit den Wohnkosten, und Experten warnen, dass sich das Problem in den kommenden Jahren verschärfen wird, wenn immer mehr Angehörige der Babyboomer-Generation das Rentenalter erreichen.
Neue Zahlen zeigen, dass voraussichtlich rund 5,1 Millionen Babyboomer – etwa 40 Prozent der Nachkriegsgeneration – bis 2036 in den Ruhestand gehen werden. Ihre gesetzliche Rente wird voraussichtlich unter 800 Euro im Monat liegen, was viele in finanzielle Not bringen könnte.
Nordrhein-Westfalen, das bevölkerungsreichste Bundesland, steht vor der größten Herausforderung: Über eine Million Rentner könnten dort bald Schwierigkeiten haben, sich das Wohnen leisten zu können, wie Prognosen zeigen.
Robert Feiger, Vorsitzender der Gewerkschaft IG Bau, bezeichnet bezahlbaren Wohnraum als „das drängendste soziale Problem“. Er betont die Notwendigkeit raschen Handelns und schlägt mehr Neubauten vor, um den Druck auf dem Wohnungsmarkt zu verringern und das Wirtschaftswachstum zu stärken.
Da bereits Hunderttausende Rentner auf Sozialhilfe angewiesen sind, wird sich die Lage weiter zuspitzen. Ohne Gegenmaßnahmen könnten steigende Mieten und niedrige Renten in den nächsten zehn Jahren noch mehr ältere Menschen in Deutschland in Wohnungsarmut drängen. Feigers Forderung nach mehr Wohnungsbau unterstreicht das Ausmaß der bevorstehenden Herausforderung.






