Terrassengebühren: Von 52 Euro bis 1.163 Euro – diese Städte verlangen am meisten
Nico SchulzTerrassengebühren: Von 52 Euro bis 1.163 Euro – diese Städte verlangen am meisten
Eine neue Vergleichsstudie zu Terrassengebühren in 24 deutschen Städten hat erhebliche Unterschiede bei den Kosten für Gastronomen aufgezeigt. Die vom Bund der Steuerzahler durchgeführte Untersuchung analysierte die Abgaben für eine Standard-Außenfläche von 25 m² während der Hauptsaison.
Die Gebühren reichten von nur 52 Euro in Schönebeck bis zu 1.163 Euro in Wernigerode – dem Spitzenreiter. Die Erhebung konzentrierte sich auf Kommunen mit mehr als 20.000 Einwohnern und legte ein Modellunternehmen in zentraler Innenstadtlage zugrunde, das von Mai bis September betrieben wird. Im Durchschnitt beliefen sich die Kosten für eine 25 m² große Terrasse über 153 Tage auf 328 Euro. Wernigerode hob sich dabei mit den höchsten Abgaben hervor, nachdem die Stadt 2023 ihre Sondernutzungssatzung angepasst hatte.
Unterdessen haben fünf Städte – Merseburg, Sangerhausen, Köthen, Salzwedel und Lutherstadt Eisleben – die Terrassengebühren komplett abgeschafft. Ralf Seibicke, Landesvorsitzender des Bundes der Steuerzahler, argumentierte, dass der Verzicht auf diese Abgaben die Außengastronomie fördern und die belebtung der oft kämpfenden Innenstädte unterstützen würde. Die Organisation wies zudem darauf hin, dass die Einnahmen aus Terrassengebühren in den meisten Haushalten weniger als 0,05 Prozent ausmachen – ein Abbau der Gebühren sei daher mit geringem Risiko verbunden.
Der Bund der Steuerzahler forderte weitere Städte auf, diesem Beispiel zu folgen, und mahnte zur Zurückhaltung bei der Gebührenfestsetzung, um lokale Betriebe zu entlasten. Angesichts der stark variierenden Kosten in der Region zeigt die Studie, wie einige Kommunen den finanziellen Druck auf Gastronomen verringern. Die Abschaffung der Terrassengebühren in fünf Städten deutet auf einen wachsenden Trend hin, die Belastungen für die Außengastronomie zu senken. Für viele könnte dieser Schritt einen bescheidenen, aber spürbaren Impuls für die Innenstadtwirtschaft bedeuten.






