Stuttgart 21: Fertigstellung verzögert sich bis 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Lina LangeStuttgart 21: Fertigstellung verzögert sich bis 2031 – Kosten explodieren auf 14,5 Milliarden
Stuttgart 21: Bahnprojekt erleidet nächsten schweren Rückschlag
Die Inbetriebnahme des unterirdischen Bahnhofs im Rahmen des Projekts Stuttgart 21 verzögert sich erneut deutlich – statt 2026 soll er nun erst 2031 fertiggestellt werden. Die Kosten explodieren derweil auf geschätzte 14,5 Milliarden Euro. Grund für die Verzögerung sind anhaltende technische Probleme und Planungsmängel, die seit Jahren bekannt sind.
Baubeginn für das Prestigeprojekt war 2010, damals noch mit einem veranschlagten Budget von 4,5 Milliarden Euro. Ziel ist der Ersatz des bestehenden Kopfbahnhofs durch einen unterirdischen Durchgangsbahnhof. Doch mittlerweile müssen über 1.000 Kilometer falsch verlegter Kabel und Leitungen ausgetauscht werden – ein weiterer Grund für die massiven Verzögerungen.
Kritiker verweisen seit Langem auf unzureichende Brandschutzvorkehrungen und eine Fülle technischer Planungsfehler. Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, nannte kürzlich die Schwierigkeiten bei der Digitalisierung des Stuttgarter Eisenbahnknotens als Hauptgrund für die erneute Verschiebung. Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, forderte unterdessen klarere Fortschrittsberichte und verlässliche Fertigstellungstermine.
Proteste gegen das Projekt – darunter die gewaltsame Räumung des Schlossgartens 2010 – trugen maßgeblich zum Aufstieg der Grünen bei, die bei der Landtagswahl 2011 die jahrzehntelange Vorherrschaft der CDU (68 Jahre ununterbrochen an der Regierung) beendeten.
Seit Baubeginn haben sich die Kosten mehr als verdreifacht. Die ständigen Verzögerungen und technischen Pannen werfen zunehmend Fragen zur Machbarkeit des Projekts auf. Die Verantwortlichen stehen nun unter massivem Druck, bis zum neuen Termin zumindest einen funktionsfähigen und sicheren Eisenbahnknoten zu liefern.
