Solarprojekt an Max-Eyth-Schule scheitert an neuem Eigentümer und Kostenstreit
Nico SchulzSolarprojekt an Max-Eyth-Schule scheitert an neuem Eigentümer und Kostenstreit
Schülerinnen und Schüler der Max-Eyth-Schule in Dreieich setzen sich seit Jahren für die Installation von Solarmodulen auf dem Dach ihrer Schule ein. Ihr Engagement begann 2021, doch das Projekt steht nun vor einem schweren Rückschlag: Der neue Eigentümer des Gebäudes hat die Pläne abgelehnt. Der Streit dreht sich um Kosten, ökologische Vorteile und die Komplexität privater Eigentumsverhältnisse bei öffentlicher Nutzung.
Ende 2025 übernahm die Montano Real Estate GmbH das Schulgebäude und stoppte das Solarprojekt. Das Unternehmen berief sich auf rechtliche Hürden und argumentierte, die Anlage sei nicht rentabel genug. Laut Montano würden selbst erzeugter Solarstrom 18 Cent pro Kilowattstunde kosten – deutlich mehr als der aktuelle Tarif von 10 Cent.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme widersprach diesen Zahlen jedoch. Eine Analyse des Instituts zeigte, dass kleine Dachanlagen Strom für höchstens 14,4 Cent pro Kilowattstunde erzeugen. Die geplante Anlage mit rund 700 Modulen könnte genug Energie für 100 Haushalte oder ein Drittel des jährlichen Schulbedarfs liefern – und dabei jährlich etwa 160 Tonnen CO₂ einsparen.
Die Schüler fordern Montano auf, die Entscheidung auf Basis aktueller Wirtschaftsdaten neu zu bewerten. Das Unternehmen signalisierte zwar eine mögliche Überprüfung in der Zukunft, nannte aber keinen Zeitpunkt. Bisher haben weder die Stadt Dreieich noch die hessische Landesregierung öffentlich Stellung bezogen.
Solche Konflikte entstehen häufig, wenn privat genutzte Gebäude öffentlichen Zwecken dienen. Ihre Lösung erfordert in der Regel kreative Ansätze und Kompromissbereitschaft.
Das Solarprojekt bleibt vorerst auf Eis – trotz seines Potenzials, Emissionen und Energiekosten zu senken. Während Montano die Wirtschaftlichkeit infrage stellt, halten Schüler und Experten die vorgelegten Berechnungen für realitätsfremd. Ohne weiteren Ausgleich oder Eingriffe wird das Schuldach vorerst leer bleiben.






