31 March 2026, 16:17

Sachsens Apotheken sterben aus – und niemand stoppt den Niedergang

Apotheke mit Glaswänden und -türen, Plakate an den Wänden, an der Ecke einer Straße gelegen mit einer Straße unten sichtbar.

Sachsens Apotheken sterben aus – und niemand stoppt den Niedergang

Apothekensterben in Sachsen hält ungebremst an

Die Zahl der öffentlichen Apotheken in Sachsen geht weiter drastisch zurück – und es gibt keine Anzeichen für eine Besserung. Göran Donner, Präsident des Sächsischen Apothekerverbandes, warnt, dass wirtschaftliche Zwänge und Personalmangel viele Betreiber dazu zwingen, ihre Türen zu schließen. Innerhalb des letzten Jahrzehnts ist die Zahl erstmals auf unter 900 Apotheken in der gesamten Region gesunken.

Zwischen 2016 und 2020 verlor Sachsen 36 Apotheken. Doch der Trend beschleunigte sich in den folgenden Jahren: Allein 2021 schlossen 13 Standorte, und bis Ende 2025 werden voraussichtlich weitere 85 Apotheken dichtmachen. Besonders betroffen sind ländliche Gebiete, wo ganze Gemeinden zunehmend schlechteren Zugang zu lebenswichtigen Versorgungsleistungen haben.

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Das Kernproblem, so Donner, sei die prekäre finanzielle Lage. Viele Apotheken kämpften um ihre Wirtschaftlichkeit, vor allem weil die Betriebskosten stetig steigen. Ohne bessere Förderung könnten sie die erweiterten Aufgaben nicht erfüllen, die das Apothekenreformgesetz vorsieht – darunter mehr Präventionsarbeit, Impfungen und Früherkennungsuntersuchungen.

Ein weiteres großes Problem ist der Fachkräftemangel. Durch den Rückgang an qualifiziertem Personal können einige Apotheken den Service nicht mehr aufrechterhalten. Donner kritisiert zudem die Bundesregierung, weil sie die Anpassung der Gebühren verzögere. Diese Untätigkeit gefährde die flächendeckende Gesundheitsversorgung in Sachsen.

Fast 30 Prozent der verbleibenden Apotheken gelten mittlerweile als wirtschaftlich gefährdet – die Lage bleibt kritisch. Die anhaltenden Schließungen bedrohen die Versorgung mit Medikamenten und Gesundheitsleistungen, vor allem in strukturschwachen ländlichen Regionen. Ohne Gegenmaßnahmen wird sich der Abwärtstrend voraussichtlich fortsetzen.

Quelle