Rheinmetall verkauft Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Amelie BrandtRheinmetall verkauft Power-Systems-Sparte für 350 Millionen Euro an AEQUITA
Rheinmetall verkauft zivile Power-Systems-Sparte an AEQUITA für vorläufig 350 Millionen Euro
Rheinmetall hat sich mit der Investmentfirma AEQUITA auf den Verkauf seiner zivilen Power-Systems-Sparte für vorläufig 350 Millionen Euro geeinigt. Der Deal markiert einen weiteren Schritt in der strategischen Neuausrichtung des Konzerns hin zu Rüstungsgeschäften – nach den bereits erfolgten Verkäufen seiner Kolbenfertigungsbereiche. Die endgültige Abwicklung der Transaktion wird für das späte Jahr 2026 erwartet, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen und finaler Anpassungen.
Die Sparte, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2 Milliarden Euro erzielte, wird unter AEQUITA mit ihrer aktuellen Belegschaft von etwa 6.250 Mitarbeitenden weitergeführt. Die bekannten Markennamen Pierburg, Kolbenschmidt und Motorservice sowie die dazugehörigen Markenrechte bleiben erhalten. AEQUITA plant, das Geschäft als eigenständige Einheit – unabhängig von den verbleibenden Rheinmetall-Aktivitäten – zu führen.
Axel Geuer, Vorsitzender und Co-CEO von AEQUITA, erklärte, der Kauf werde die Automobilumsätze des Unternehmens auf etwa 5 Milliarden Euro steigern. Nicht alle Vermögenswerte wechseln jedoch den Besitzer: Drei deutsche Standorte der KS Huayu AluTech verbleiben bei Rheinmetall im Rahmen eines Joint Ventures. Zudem wird das spanische Werk von Pierburg S.A. in Abadiano vorerst in einem Übergangsmodus betrieben, bevor es vollständig auf die Rüstungsproduktion umgestellt wird.
Rheinmetall behält zudem Dermalog SensorTec und gliedert das Unternehmen in seine Sparte Weapon and Ammunition ein. Konzernchef Armin Papperger bezeichnete den Verkauf als „wichtigen Meilenstein“ in der strategischen Neuausrichtung von Rheinmetall. Dies folgt auf die Veräußerungen der Groß- und Kleinkolbenfertigungen in den Jahren 2023 und 2024, mit denen der Konzern seine Fokussierung auf den Verteidigungssektor weiter vorantreibt.
Der Abschluss des Geschäfts ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen, sobald alle regulatorischen und finanziellen Bedingungen erfüllt sind. AEQUITA übernimmt damit eine Sparte mit starker Marktpräsenz, während Rheinmetall sein Kerngeschäft weiter auf militärische und Verteidigungstechnologien ausrichtet. Die Transaktion hat keine Auswirkungen auf die bestehende Belegschaft oder die Markenidentitäten der Sparte.






