25 March 2026, 12:10

Platonische Küsse unter Freunden: Warum sie heute normaler sind als je zuvor

Ein Mann und eine Frau sitzen auf einer Bank, umarmen und küssen sich zärtlich, mit Text unten, der die intime Atmosphäre ergänzt.

Platonische Küsse unter Freunden: Warum sie heute normaler sind als je zuvor

Ein einfacher Kuss auf den Mund unter Freunden sorgt heute längst nicht mehr für so viel Aufsehen wie noch vor einigen Jahren. In den vergangenen fünf Jahren sind öffentliche Zuneigungsbekundungen platonischer Natur – einst oft mit Skepsis betrachtet – in den westlichen Medien deutlich akzeptierter geworden. Ob auf dem roten Teppich oder in den sozialen Medien: Prominente zeigen die Geste offen und spiegeln damit einen größeren kulturellen Wandel wider, der nicht-romantische Intimität zunehmend normalisiert.

Die Veränderung ist in der Unterhaltungsbranche deutlich spürbar – von K-Dramen bis Hollywood. Stars wie Hannah Waddingham, Gigi Hadid und Madonna haben sich in der Öffentlichkeit mit engen Freunden auf den Mund geküsst, meist ohne dass dies für Kontroversen sorgte. Selbst die Moderatorin Cat Deeley veröffentlichte kürzlich ein verspieltes Geburtstagsküsschen mit ihrer besten Freundin Charlie Brear und bezeichnete es als ein "Freundinnen-Ritual".

Bei der Premiere von Jurassic World: Rebirth küssten sich Scarlett Johansson und Jonathan Bailey auf dem roten Teppich – ein Moment, der für Gesprächsstoff sorgte. Bailey verteidigte die Geste später mit den Worten: "Ich glaube daran, Liebe auf vielfältige Weise zeigen zu können." Johannssons Ehemann, Colin Jost, wies jede Spekulation zurück und machte klar, dass er darin keine Bedrohung sah.

Experten zufolge sind solche Küsse keineswegs neu, sondern heute einfach sichtbarer. Die Kommunikationsberaterin Judi James erklärt, dass Küsse auf den Mund ursprünglich wohl als fürsorgliche, nicht-sexuelle Handlung entstanden seien, die mit Zuneigung und Stressabbau verbunden ist. Bei Primaten, so James, dienten ähnliche Gesten der Stärkung sozialer Bindungen. In Hollywood seien nicht-sexuelle Küsse zwischen Frauen schon lange üblich – in einer Branche, in der körperliche Nähe oft Vertrauen und nicht Romantik signalisiere.

Auch die zunehmende Repräsentation von LGBTQ+-Personen hat diesen Wandel vorangetrieben. Virale Momente zwischen K-Pop-Idolen wie BTS oder Schauspielern in Serien wie Heartstopper haben dazu beigetragen, die Ablehnung solcher Gesten zu verringern. Was einst hinterfragt wurde, wird heute oft als natürlicher Ausdruck von Freundschaft gefeiert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Je häufiger platonische Küsse auf den Mund in den Medien zu sehen sind, desto leiser werden die Reaktionen darauf. Die Geste, die einst kritisch beäugt wurde, passt sich mittlerweile nahtlos in die Prominentenkultur und den Alltag ein. Mit der wachsenden Akzeptanz vielfältiger Beziehungen wird das, was einst als ungewöhnlich galt, zunehmend zu einer selbstverständlichen Art, Zuneigung zu zeigen.

Quelle