22 May 2026, 22:11

Ökonomin Ulrike Malmendier zerpflückt Deutschlands undifferenzierte Krisenhilfen

Ex-Wirtschaftswissenschaftlerin kritisiert 'Streuschuss'-Ansatz bei Hilfsmaßnahmen

Ökonomin Ulrike Malmendier zerpflückt Deutschlands undifferenzierte Krisenhilfen

Ulrike Malmendier, Finanzprofessorin an der Universität Berkeley und ehemalige Wirtschaftsberaterin, hat die deutschen Krisenhilfemaßnahmen scharf kritisiert. Ihrer Ansicht nach sind die aktuellen Programme zu undifferenziert und erreichen nicht gezielt diejenigen, die am dringendsten Unterstützung benötigen. Stattdessen plädiert sie für einen stärker fokussierten Ansatz, um bedürftige Haushalte gezielt zu entlasten.

Besonders problematisch findet Malmendier das staatliche Tankrabatt-Programm, das ihrer Meinung nach auf Geringverdiener hätte beschränkt werden sollen. Durch die Verknüpfung von Steuerdaten, Sozialversicherungsunterlagen und anderen Quellen könnten die Behörden die 20 Prozent der Bevölkerung identifizieren, die am stärksten auf Hilfe angewiesen sind. Auf diese Weise ließe sich sicherstellen, dass die Entlastungen tatsächlich bei den Bedürftigen ankommen.

Gleichzeitig warnt sie vor unerwünschten Nebenwirkungen der bestehenden Sozialleistungen: Viele Bezieher verzichteten auf zusätzliche Arbeitsstunden oder besser bezahlte Jobs, um ihre Ansprüche nicht zu gefährden. Malmendier betont, dass diese strukturellen Probleme vorrangig gelöst werden müssten – noch vor Debatten über eine Umverteilung von Vermögen.

Ihre Vorschläge gehen über den Tankrabatt hinaus. Sie sieht Potenzial in Bürokratieabbau und Reformen des Arbeitsmarktes. Ein ausgewogeneres Steuersystem könnte ihrer Auffassung nach manche Steuerdebatten überflüssig machen. Gezielte Hilfen würden nicht nur erhebliche öffentliche Mittel sparen, sondern möglicherweise auch Steuererhöhungen in zentralen Bereichen verhindern.

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Im Kern zielen Malmendiers Empfehlungen auf mehr Effizienz und Gerechtigkeit in der Krisenbewältigung ab. Durch präzisere Bedürftigkeitsprüfungen und weniger bürokratische Hürden könnte Deutschland ihrer Meinung nach die schwächsten Bevölkerungsgruppen besser unterstützen – bei gleichzeitiger Entlastung der öffentlichen Haushalte und stärkeren Anreizen für Beschäftigung.

Quelle