Niedersachsen erreicht Rekordtief bei CO₂-Emissionen – doch Bundespolitik droht Fortschritte zu bremsen
Nico SchulzNiedersachsen erreicht Rekordtief bei CO₂-Emissionen – doch Bundespolitik droht Fortschritte zu bremsen
Niedersachsen hat seine energiebedingten CO₂-Emissionen auf einen Rekordtiefstand gesenkt. Im Jahr 2023 sanken die Emissionen auf 51,6 Millionen Tonnen – ein deutlicher Rückgang. Umweltminister Christian Meyer präsentierte die Zahlen am Mittwoch.
Die Emissionen des Landes verringerten sich im Vergleich zum Vorjahr um 9,6 Prozent. Seit 1990 beträgt die Reduktion insgesamt 32,9 Prozent. Meyer betonte zwar diese Erfolge, äußerte jedoch Bedenken hinsichtlich möglicher Bundespolitik, die den Fortschritt bremsen könnte.
Er kritisierte einen geplanten „Redispatch-Reserve“-Mechanismus und warnte, dieser könnte Klimainvestitionen in Höhe von 32 Milliarden Euro gefährden. Niedersachsen treibt unterdessen den Ausbau erneuerbarer Energien voran: Bis 2025 soll der Strombedarf zu 100 Prozent aus Ökostrom gedeckt werden. Genehmigungen für Windkraftanlagen erreichten Rekordwerte, und die Solarkapazität wuchs auf etwa 10,5 Gigawatt.
Das SALCOS-Projekt der Salzgitter AG könnte, einmal voll funktionsfähig, jährlich rund 7,6 Millionen Tonnen CO₂ einsparen. Allerdings berücksichtigte der jüngste Bericht des Landesrechnungshofs, der am selben Tag veröffentlicht wurde, diese aktuellen Fortschritte nicht – die Daten reichten nur bis 2022. Das Gremium mahnte in seinen Erkenntnissen zudem strengere Klimaschutzmaßnahmen an.
Niedersachsen hat beachtliche Fortschritte bei der Emissionssenkung und dem Ausbau erneuerbarer Energien erzielt. Mit ehrgeizigen Zielen und Großprojekten wie SALCOS könnte das Land seinen CO₂-Fußabdruck weiter verringern. Dennoch bleiben Sorgen über Bundespolitik, die künftige Klimaschutzbemühungen beeinflussen könnte.






