15 April 2026, 06:14

Neue Gerichtsverfahren bringen ARD-Bericht über Julian Reichelt zurück in den Fokus

Schwarze und weiße Zeichnung eines überfüllten Gerichtssaals mit Menschen, die stehen und auf dem Boden sitzen, betitelt mit 'Der Prozess der britischen Armee in London, England.'

Neue Gerichtsverfahren bringen ARD-Bericht über Julian Reichelt zurück in den Fokus

Der Rechtsstreit um einen ARD-Bericht aus dem Jahr 2023 über den ehemaligen Bild-Chefredakteur Julian Reichelt droht zu eskalieren. Das Investigativformat Reschke Fernsehen hatte Reichelt vorgeworfen, seine Position missbraucht zu haben – zentrale Passagen wurden jedoch nach rechtlichen Schritten später geschwärzt. Nun könnten neue Verfahren den Fall wieder in den Fokus rücken.

Im Februar 2023 sendete Reschke Fernsehen im ARD Vorwürfe gegen Reichelt, wonach er seine Machtposition bei der Bild in Beziehungen zu Mitarbeiterinnen ausgenutzt habe. Der Bericht deutete an, er könnte Frauen zu sexuellen Kontakten gedrängt haben, doch die genaue Zahl solcher Fälle blieb unbestätigt. Reichelt wies die Vorwürfe entschlossen zurück und erwirkte umgehend eine einstweilige Verfügung, die ARD zwang, kritische Abschnitte der Sendung zu entfernen.

Die ursprüngliche Sendung ist in der ARD-Mediathek nicht mehr abrufbar, da die zweijährige Aufbewahrungsfrist abgelaufen ist. Doch der NDR, der hinter der Untersuchung steht, treibt nun ein vollständiges Gerichtsverfahren voran, um die zensierten Inhalte wiederherzustellen. Zeuginnen, darunter eine Frau, die behauptet, Reichelt habe sie zu einer sexuellen Beziehung genötigt, sollen aussagen. Ihre Schilderungen könnten für den Bild-Verlag Axel Springer brisant werden – insbesondere, da einige Frauen berichten, nach ihren Aussagen berufliche Nachteile erlitten zu haben.

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Eine endgültige Klärung des Falls könnte erst im Frühjahr 2026 erfolgen. Bis dahin bleiben die schwerwiegendsten Vorwürfe – darunter Behauptungen über Nötigung – ungeklärt. Die anstehenden Anhörungen werden entscheiden, ob die geschwärzten Passagen des ARD-Berichts wieder veröffentlicht werden dürfen. Zeugenaussagen könnten Aufschluss über das Ausmaß des mutmaßlichen Fehlverhaltens Reichelts geben. Bis auf Weiteres bleibt der Fall offen – mit noch ungewissen rechtlichen und beruflichen Konsequenzen.

Quelle