08 May 2026, 10:09

Mindestlohn-Betrug und Schwarzarbeit: Paketbranche im Visier des Zolls

Plakat mit der Aufschrift "Operation Double Trouble: US-Geldkurier" mit einer Karte der USA, die in zwei Abschnitte unterteilt ist, die die Routen der US-Geldkurier und die Standorte der Geldträger zeigen, mit fetter schwarzer Schrift in einem weißen Rand.

Mindestlohn-Betrug und Schwarzarbeit: Paketbranche im Visier des Zolls

Zollbehörden in ganz Deutschland haben flächendeckende Verstöße gegen Mindestlohnvorschriften und illegale Beschäftigung in der Paketzustellbranche aufgedeckt. Bei Kontrollen durch über 2.900 Beamte in 43 Unternehmen kamen unbezahlte Mindestlöhne, Schwarzarbeit und Steuerbetrug ans Licht. Die Ergebnisse lösten Forderungen nach schärferen Regelungen und weiteren Ermittlungen aus.

Die Razzien fanden in Köln und Münster statt, wo die Behörden 27 bzw. 16 Firmen unter die Lupe nahmen. Viele Fahrer erhielten zu niedrige Löhne, während Überstunden und Ladezeiten oft nicht erfasst wurden. Der gesetzliche Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde wurde häufig ignoriert.

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Einige Beschäftigte kannten aufgrund undurchsichtiger Subunternehmerketten ihren eigentlichen Arbeitgeber nicht. In Köln wurde ein 39-jähriger Türke ohne gültige Arbeitserlaubnis entdeckt. Andere mussten hohe Mietkosten für Firmenfahrzeuge tragen, was ihre ohnehin geringen Einkommen weiter schmälert.

Zudem deckten die Ermittler Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbetrug durch Subunternehmer auf. Die Gewerkschaft Verdi fordert daraufhin ein vollständiges Verbot von Subunternehmertum in der Branche. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil betonte die Entschlossenheit der Regierung, Ausbeutung und illegale Praktiken zu bekämpfen.

Das rasante Wachstum der Branche, angetrieben durch den Onlinehandel, hat zu Arbeitskräftemangel und einer stärkeren Abhängigkeit von Subunternehmern geführt. Trotz jahrelanger Überprüfungen gestaltet sich die Durchsetzung von Vorschriften schwierig, da die mobile Natur der Zustellarbeit Kontrollen erschwert. Viele Unternehmen müssen nun mit weiteren Prüfungen durch den Zoll rechnen.

Die Ermittlungen legten systematische Verstöße offen – von ausstehenden Löhnen über illegale Beschäftigung bis hin zu Steuerbetrug. Geplante Nachkontrollen sollen die Einhaltung der Vorschriften sicherstellen, während die Rufe nach strengeren Regulierungen lauter werden. Die Ergebnisse zeigen die anhaltenden Herausforderungen einer Branche, die mit Personalmangel und lascher Aufsicht kämpft.

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