Merz schließt Rentenkürzungen aus – doch Reformen bleiben umstritten
Friedrich Merz bekräftigt Rentenposition auf CDA-Jubiläumsveranstaltung in Marburg
Auf der Feier zum 80-jährigen Bestehen der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA) in Marburg hat CDU-Chef Friedrich Merz seine Haltung in der Rentenpolitik unterstrichen. Kürzungen schloss er aus, deutete jedoch Reformen an, um die langfristige Stabilität des Systems zu sichern. Seine Äußerungen fielen im Rahmen des CDA-Bundeskongresses unter dem Motto "80 Jahre Soziale Marktwirtschaft".
Vor den Delegierten betonte Merz, Deutschland brauche Reformen – allerdings mit "Maß und Ausgewogenheit". Er versicherte, unter seiner Führung werde es keine Rentenkürzungen geben, obwohl er zuvor angedeutet hatte, die Rente könnte künftig nur noch die "Grundsicherung im Alter" abdecken. Seine Worte sollten Beruhigung signalisieren, doch Kritiker werfen ihm vor, damit weiterhin Spielraum für Unsicherheit zu lassen.
Bei der Veranstaltung wurde Dennis Radtke mit 87 Prozent der Stimmen als CDA-Bundesvorsitzender wiedergewählt. In seiner Rede ging Radtke direkt auf Konfrontationskurs zu Merz und forderte ihn auf, die Menschen nicht länger "zu verunsichern" und "mit vagen Rentenaussagen zu beunruhigen". Vor dem Tagungsort demonstrierten unterdessen die Gewerkschaften DGB und ver.di mit einem Transparent "Finger weg vom Acht-Stunden-Tag" – ein Zeichen für die wachsenden arbeitspolitischen Spannungen.
Die von der Union eingesetzte Rentenkommission soll ihre Reformvorschläge bis zum 30. Juni vorlegen. Diese Empfehlungen werden die langfristige Ausrichtung der Politik prägen. Merz mahnte dabei "Geschlossenheit" in der Union an, um die anstehenden Veränderungen zu meistern. Die Jubiläumsfeier der CDA unterstrich indes ihre Rolle als Hüterin des "Sozialen" in der "Sozialen Marktwirtschaft" – ein Prinzip, das Merz, dem oft mangelnde soziale Verankerung vorgeworfen wird, in seiner Rede verkörpern sollte.
Der CDA-Kongress endete mit deutlichen Spannungen in der Rentenfrage, aber auch mit einem erneuten Appell an den Zusammenhalt. Während Merz Kürzungen ausschloss, stehen seine früheren Warnungen dazu im Kontrast – die weitere Entwicklung bleibt ungewiss. Der Bericht der Rentenkommission Ende Juni wird nun zeigen, wie weit die Reformen reichen – und ob sie mit den sozialen Grundsätzen der Partei vereinbar sind.






