Mercedes-Werk in Ludwigsfelde: KNDS plant Übernahme für Rüstungsproduktion
Tim RichterMercedes-Werk in Ludwigsfelde: KNDS plant Übernahme für Rüstungsproduktion
Mercedes-Benz und der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS verhandeln über die Zukunft des Werks in Ludwigsfelde. Derzeit werden dort Fahrgestelle für den Sprinter produziert, doch die langfristige Ausrichtung des Standorts ist ungewiss. Erörtert wird unter anderem eine mögliche Übernahme der Anlage samt Belegschaft durch KNDS, um dort militärische Fahrzeuge zu fertigen.
Der Schritt fällt in eine Phase der Expansion bei KNDS, das seine Kapazitäten ausbaut, um die steigende Nachfrage nach gepanzerten Fahrzeugen zu bedienen. Allein die Bundeswehr plant in naher Zukunft die Beschaffung von bis zu 3.000 radgestützten gepanzerten Boxer-Fahrzeugen.
KNDSweitete seine Produktionsstandorte in Deutschland bereits aus: Im vergangenen Jahr übernahm das Unternehmen das Alstom-Werk in Görlitz. Nun prüft der Konzern weitere Akquisitionen, darunter das Volkswagen-Werk in Osnabrück. Volkswagen sucht derzeit nach neuen Nutzungsmöglichkeiten für den Standort, nachdem die Produktion dort 2027 endet.
Mercedes-Benz beabsichtigt, die Sprinter-Fahrgestellfertigung in Ludwigsfelde bis etwa 2030 nach Polen zu verlagern. Vor einer vollständigen Übernahme erwägen KNDS und Mercedes eine Übergangsregelung. Eine Option wäre die Anmietung von Teilbereichen des Werks, um militärische Fahrzeuge parallel zur bestehenden Transporterproduktion herzustellen.
Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft des Standorts steht noch aus. KNDS jedoch plant ehrgeizige Investitionen in Höhe von einer Milliarde Euro, um die Produktionskapazitäten in den kommenden Jahren deutlich auszuweiten. Die Expansion zielt darauf ab, die wachsenden Aufträge für Panzer und andere Militärtechnik zu bedienen – angetrieben auch durch die deutschen Aufrüstungsbemühungen.
Ein möglicher Deal würde Arbeitsplätze in Ludwigsfelde sichern und das Werk gleichzeitig für die Rüstungsproduktion umwidmen. KNDS ist spezialisiert auf gepanzerte Fahrzeuge, darunter der Boxer, der künftig eine zentrale Rolle in der Ausstattung der Bundeswehr spielen soll.
Die Gespräche zwischen Mercedes und KNDS spiegeln tiefgreifende Veränderungen in der deutschen Industrie- und Verteidigungspolitik wider. Sollte eine Einigung gelingen, wäre die Übernahme von Ludwigsfelde ein weiterer Schritt in der Expansionsstrategie von KNDS. Der Investitionsplan über eine Milliarde Euro unterstreicht die wachsende Nachfrage nach militärischen Fahrzeugen in Europa.






