04 May 2026, 08:10

Massiver Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz stoppt Anhörung

Menschen sitzen vor einem Gebäude während einer Klimaprotest in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Massiver Protest gegen geplantes Gaskraftwerk in Mainz stoppt Anhörung

Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz stoßen auf massiven Widerstand

Die Pläne für ein neues gasbetriebenes Kraftwerk in Mainz sehen sich mit heftiger Kritik von Umweltschutzgruppen konfrontiert. Ein Bündnis aus Klimaschutzorganisationen hat offiziell Klage gegen das Vorhaben eingereicht und argumentiert, es untergrabe die Klimaneutralitätsziele der Stadt. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) hat kürzlich eine öffentliche Anhörung abgesagt, nachdem sie die Einwände als stichhaltig und gut begründet eingestuft hatte.

Die Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) planen den Bau der Anlage auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet. Das Unternehmen behauptet, das Kraftwerk könne später auf Wasserstoff umgestellt werden, doch Kritiker zeigen sich skeptisch. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete die Investition von 44 Millionen Euro als ein „jahrzehntelanges Festhalten an veralteter Gastechnologie“, das im Widerspruch zu den Klimazielen der Stadt bis 2035 stehe.

Das Bündnis hinterfragte zudem die Entscheidung, auf eine neue Umweltverträglichkeitsprüfung zu verzichten. Die letzte Bewertung datiert aus dem Jahr 2005 und lässt aktuelle Datenlücken offen. Statt auf Gas zu setzen, wiesen die Gruppen auf Batteriespeicher als sauberere und kostengünstigere Alternative hin. Die Produktionskosten für Batteriesysteme sind dramatisch gesunken – von 1.300 Euro pro Kilowattstunde vor 15 Jahren auf nur noch 90 Euro heute. Im Gegensatz zu Gaskraftwerken, die auf eine ständige Brennstoffversorgung angewiesen sind, können Batterien jahrelang mit minimalem Wartungsaufwand betrieben werden.

Zehn formelle Einsprüche wurden bei der SGD Süd eingereicht, was zur Absage der für den 7. Mai geplanten Anhörung führte. Die Behörden anerkannten die Bedenken als „hinreichend substantiiert und konkret“ und stoppten vorerst weitere Beratungen.

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Nach dem Beschluss der SGD Süd steht das Projekt nun vor regulatorischer Unsicherheit. Sollte es abgelehnt werden, müsste KMW seine Pläne überdenken oder nach alternativen Energielösungen suchen. Das Ergebnis könnte auch künftige Kraftwerksprojekte in der Region beeinflussen.

Quelle