Luftfahrtbranche in der Krise: Steuersenkung bringt nur wenig Entlastung
Nico SchulzLuftfahrtbranche in der Krise: Steuersenkung bringt nur wenig Entlastung
Deutschlands Luftfahrtbranche steht unter wachsendem Druck, da steigende Kosten und politische Kurswechsel für Unsicherheit sorgen. Die Bundesregierung hat nun einen Rückgang der Luftverkehrsabgabe um 16,1 Prozent vorgeschlagen – und damit eine kürzliche Steuererhöhung teilweise rückgängig gemacht. Gleichzeitig belasten rekordhohe Kerosinpreise und Stellenabbau die Branche zusätzlich.
Im Mai 2024 hatte Deutschland die Luftverkehrsabgabe um 19,4 Prozent angehoben. Der Schritt stieß bei den ohnehin bereits finanziell angeschlagenen Airlines auf scharfe Kritik. Jetzt rudert die Regierung zurück und plant eine Senkung um 16,1 Prozent, um die früheren Sätze wiederherzustellen.
Die hohen Kerosinpreise verschärfen die Krise weiter. Seit Dezember 2023 haben sich die Treibstoffkosten mehr als verdoppelt und machen mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebsausgaben der Airlines aus. Die Lufthansa rechnet allein in diesem Jahr mit zusätzlichen Treibstoffkosten in Höhe von 1,7 Milliarden Euro.
Auch der Arbeitsmarkt leidet unter der Krise. Rund 10.000 Jobs in der deutschen Luftfahrt sind bedroht, während die Passagierzahlen weiterhin unter dem Niveau vor der Pandemie liegen. 2025 fertigten die Flughäfen 219,8 Millionen Reisende ab – immer noch 12,4 Prozent weniger als 2019.
Als Ausblick soll die nationale Luftfahrtstrategie der Bundesregierung, die Bundeskanzler Friedrich Merz auf der Berlin Air Show im Juni vorstellen wird, einige Entlastungen bringen. Geplant ist unter anderem eine Senkung der Flugsicherungsgebühren um über zehn Prozent bis 2029. Die oppositionelle AfD geht noch weiter und fordert die vollständige Abschaffung der Luftverkehrsabgabe bis zum 1. Dezember 2024.
Die vorgeschlagene Steuersenkung bringt zwar etwas Entlastung, doch die Airlines kämpfen weiterhin mit hohen Treibstoffkosten und einer zögerlichen Erholung der Passagierzahlen. Angesichts anhaltender Arbeitsplatzverluste und finanzieller Belastungen wartet die Branche auf weitere politische Weichenstellungen. Die anstehende Luftfahrtstrategie der Regierung könnte klare Perspektiven für die Zukunft des Sektors bieten.






