Leroy Sané zwischen Kritik und Rückhalt: Warum seine Rolle in der Nationalelf polarisiert
Tim RichterLeroy Sané zwischen Kritik und Rückhalt: Warum seine Rolle in der Nationalelf polarisiert
Leroy Sanés Rolle in der deutschen Nationalmannschaft sorgt seit seinem Wechsel zu Galatasaray Istanbul für hitzige Diskussionen. Während Kritiker seine Einsatzbereitschaft infrage stellen, verteidigen Mannschaftskameraden und Trainer seine Leistungen auf dem Platz öffentlich.
Die Debatte um Sané verschärfte sich nach seinem Wechsel in die türkische Liga im vergangenen Jahr. Manche werfen ihm vor, mit dem Schritt finanziellen Interessen Vorrang vor seiner Nationalmannschaftskarriere eingeräumt zu haben – besonders mit Blick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft. In seiner ersten Saison bei Galatasaray kämpfte er um einen Stammplatz und erzielte in 43 Spielen nur sieben Tore, was die Kritik weiter anheizte.
Trotzdem spielte Sané eine Schlüsselrolle in der WM-Qualifikation Deutschlands. Beim entscheidenden 7:1-Sieg gegen die Slowakei im November 2022 traf er zweimal und bereitete ein Tor vor. Doch selbst nach dem jüngsten 7:1-Erfolg gegen Curaçao rücken seine Fehler stärker in den Fokus als seine Erfolge.
Mannschaftskapitän Joshua Kimmich und Bundestrainer Julian Nagelsmann lobten Sanés Arbeitsmoral und defensive Leistungen. Der ehemalige Nationalmannschaftskapitän İlkay Gündoğan warnte, dass anhaltende Kritik einen kreativen Spieler wie Sané hemmen könnte. Mittelfeldspieler Jamie Leweling musste sich unterdessen Fragen zu Sané stellen – ein Zeichen dafür, wie sehr die Diskussionen sich auf ihn konzentrieren. Bei einer separaten Pressekonferenz wurde Nadiem Amiri hingegen nicht nach seinem eigenen Konkurrenzkampf mit dem verletzten Jamal Musiala um die Offensive-Zehner-Position gefragt.
Die genaue Prüfung von Sanés Leistungen hält an, wobei viele seine vermeintlichen Schwächen stärker gewichten als seine Beiträge. Während ihn Teamkollegen und Trainer weiterhin unterstützen, ebbt die Debatte um seinen Platz im Kader nicht ab.
