Lerchek kämpft mit Krebs – und gründet währenddessen eine Kosmetikmarke
Nico SchulzLerchek kämpft mit Krebs – und gründet währenddessen eine Kosmetikmarke
Die russische Bloggerin Valeria Chekalina, bekannt unter ihrem Online-Pseudonym Lerchek, steht seit der Bekanntgabe ihrer Krebsdiagnose im Stadium 4 im Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit. Während sie gegen die Krankheit kämpft, gründete sie die Kosmetikmarke Eyya Skin und teilte ihre Erfahrungen offen in Werbevideos – ein Vorgehen, das unter ihren Followern und Medienbeobachtern kontroverse Diskussionen auslöste.
Chekalinas Privatleben war in den vergangenen Jahren von spektakulären Herausforderungen geprägt. 2022 wurde ihr Ex-Mann, Artem Chekalin, wegen Devisenbetrugs zu sieben Jahren Haft verurteilt. Trotz dieses Schicksalssschlags blieb sie präsent in der Öffentlichkeit und verband in ihren Inhalten Verletzlichkeit mit Widerstandskraft.
Ihre Entscheidung, ihren Krebsweg zu dokumentieren und gleichzeitig Eyya Skin zu bewerben, stieß auf geteilte Reaktionen: Einige Unterstützer lobten ihre Ehrlichkeit, während Kritiker ihr vorwarfen, ihre Krankheit für Publicity auszunutzen. Die PR-Expertin Gera Ivashchenko wies darauf hin, dass Chekalinas Strategie globale Influencer-Taktiken widerspiegle – ähnlich dem Modell der Familie Kardashian, das private Krisen mit Markenwerbung verknüpft.
Ivashchenko vermutet zudem, dass Chekalinas Handeln auch vom Wunsch geprägt sein könnte, die finanzielle Zukunft ihrer Kinder abzusichern. Dieser Ansatz ist in Russland ungewöhnlich, wo Prominente in persönlichen Krisenzeiten meist aus der Öffentlichkeit verschwinden. Stattdessen setzt Chekalina auf Sichtbarkeit und formt eine Erzählung, die Leidensweg und unternehmerischen Ehrgeiz verbindet.
Ihre Geschichte zeigt, wie sich persönliche Schicksalsschläge mit öffentlicher Markenbildung überschneiden. Diagnose, juristische Auseinandersetzungen und unternehmerische Projekte verlaufen bei ihr parallel – und prägen so ein vielschichtiges öffentliches Bild. Die Reaktionen auf ihre Strategie spiegeln die größeren Debatten über Authentizität und Kommerzialisierung in der Influencer-Kultur wider.






