"Kiss-Cam"-Video zerstört Karriere: Wie ein Coldplay-Konzert eine Frau ins soziale Abseits drängte
Nico Schulz"Kiss-Cam"-Video zerstört Karriere: Wie ein Coldplay-Konzert eine Frau ins soziale Abseits drängte
Ein virales "Kiss-Cam"-Video von einem Coldplay-Konzert im Juli hat für eine Frau schwerwiegende Folgen gehabt. Kristin Cabot, eine ehemalige Personalchefin, erlebte massive Online-Hetze, Jobverlust und anhaltende Probleme, nachdem die Aufnahme von ihr und dem damaligen CEO Andy Byron in den sozialen Medien die Runde machte. Der Vorfall löste seitdem eine breitere Debatte über Sexismus und den Umgang mit Nicht-Prominenten in der Öffentlichkeit aus.
Das Video, das Cabot und Byron beim Umarmen während des Konzerts zeigt, verbreitete sich rasend schnell und erreichte Milliarden von Aufrufen. Sofort begann im Netz die Spekulation über ihre Beziehung. Cabot erklärte später, sie und ihr Partner hätten sich bereits getrennt, und auch Byron und seine Frau lebten zu diesem Zeitpunkt getrennt.
Trotz ihrer Stellungnahme wurde Cabot mit einer Welle von Belästigungen konfrontiert. Ihre persönlichen Daten wurden öffentlich gemacht, und sie erhielt hasserfüllte Nachrichten – darunter sogar Todesdrohungen. Der Shitstorm zwang sie dazu, die Kommentarfunktion auf ihren X- und LinkedIn-Profilen zu deaktivieren. Gleichzeitig sah sich Astronomer, das Softwareunternehmen, bei dem beide arbeiteten, mit eigenen Rückschlägen in den sozialen Medien konfrontiert – auch dort wurden Kommentare eingeschränkt.
Bis Juli hatten sowohl Cabot als auch Byron Astronomer verlassen. Doch ihre beruflichen Folgen fielen völlig unterschiedlich aus: Cabot kündigte als Personalchefin und fand seitdem keine neue Anstellung, sodass sie nun als alleinige Versorgerin für ihre Kinder da sein muss. Byron hingegen, der zwar ebenfalls Kritik erntete, soll laut Berichten mehrere Jobangebote erhalten haben. Cabot beschrieb die Erfahrung als einen "Moment absoluten Horrors" und brach den Kontakt zu ihm ab, nachdem er während der gesamten Kontroverse geschwiegen hatte.
Der Vorfall hat Cabot zurückgelassen – kämpfend um den Wiederaufbau ihrer Karriere, während sie ihre Kinder allein großzieht. Gleichzeitig wirft der Fall ein Schlaglicht auf die Ungleichheit, mit der Männer und Frauen in ähnlichen Situationen öffentlich beurteilt werden. Die allgemeine Diskussion über Privatsphäre, Sexismus und die Auswirkungen viraler Momente auf normale Menschen gewinnt weiter an Fahrt.






