23 March 2026, 04:08

Kemptens historischer Machtwechsel: CSU verliert Oberbürgermeister-Amt nach 30 Jahren

Karte von Deutschland mit Bundesländern in rot und blau markiert, um die Ergebnisse der Wahl 2016 anzuzeigen, einschließlich der Namen der Kandidaten und des Wahldatums.

Kemptens historischer Machtwechsel: CSU verliert Oberbürgermeister-Amt nach 30 Jahren

Kempten wählt nach drei Jahrzehnten erstmals einen neuen Oberbürgermeister

Christian Schoch von den Freien Wählern hat den langjährigen Amtsinhaber Thomas Kiechle (CSU) in der Stichwahl geschlagen. Damit endet die ununterbrochene 30-jährige Herrschaft der CSU über das Kemptener Rathaus.

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Bei der Stichwahl sicherte sich Schoch 55 Prozent der Stimmen, während Kiechle auf 45 Prozent kam. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,6 Prozent – ein Zeichen für eine moderate Mobilisierung der lokalen Wählerschaft.

Kiechle hatte Kempten zwei Amtszeiten lang regiert und damit eine lange CSU-Tradition in der Stadt fortgeführt. Seit 1996, als Ulrich Netzer (CSU) das Amt erstmals übernahm, hatte die Partei die Kommunalpolitik fest im Griff. Anders als in größeren bayerischen Städten wie München oder Nürnberg, wo sich durch wechselnde Bündnisse und den Aufstieg der Grünen die Machtverhältnisse verschoben, blieb Kempten eine CSU-Hochburg. Selbst bei den Stadtratswahlen 2024 hielt die CSU 48 Prozent der Sitze, die Freien Wähler kamen auf 25 Prozent, die Grünen auf 15 Prozent.

Das Ergebnis markiert einen deutlichen Wandel für Kempten und durchbricht eine Stabilität, die sich lange gegen landesweite Trends behauptet hatte. Während die CSU in größeren Städten Verluste hinnehmen musste, blieb ihre Vorherrschaft in Kempten bis jetzt ungebrochen.

Christian Schoch wird nun das Amt des Oberbürgermeisters übernehmen und löst Kiechle nach Jahren der CSU-Führung ab. Der Wechsel folgt einem klaren Wählerauftrag in der Stichwahl und beendet eine Ära der Alleinherrschaft einer Partei. Kemptens politische Landschaft tritt nach Jahrzehnten der Kontinuität in eine neue Phase ein.

Quelle