Ines Claus will CDU-Bundesvorstand reformieren – ohne starre Frauenquote
Tim RichterInes Claus wird stellvertretende Vorsitzende der CDU unter Merz - Ines Claus will CDU-Bundesvorstand reformieren – ohne starre Frauenquote
Ines Claus, Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion in Hessen, bewirbt sich um einen der sechs Stellvertreterposten unter dem Bundesvorsitzenden Friedrich Merz. Aktuell ist sie die einzige Hessin im engsten Bundesvorstand der Partei. Ihre Kandidatur fällt vor den Bundesparteitag der CDU in Stuttgart am 20. und 21. Februar.
Claus argumentiert, dass eine höhere Frauenquote im CDU-Parlament sowohl Wahlergebnisse als auch politische Entscheidungen stärken würde. Allerdings lehnt sie starre Quotenregelungen für Kandidat:innenlisten ab, um den Frauenanteil zu erhöhen. Stattdessen schlägt sie praktische Maßnahmen vor – etwa die digitale Übertragung von Abendveranstaltungen –, um es Müttern zu erleichtern, sich in der Partei zu engagieren.
Die Unionsfraktion von CDU/CSU zählte nach der Bundestagswahl 2021 rund 41 Abgeordnete, was etwa 19,9 Prozent der 206 Sitze entspricht. Damit liegt die Union deutlich hinter anderen Parteien wie den Grünen, wo Frauen im selben Zeitraum 49 Prozent der Mandate innehatten. Innerparteiliche Debatten über eine bessere Vertretung von Frauen begannen zwar nach der Wahl, konkrete Quoten wurden jedoch nicht eingeführt.
Claus wird ihre Kandidatur offiziell am ersten Tag des CDU-Bundesparteitags bekanntgeben. Ihr Fokus liegt auf internen Reformen statt auf verbindlichen Quoten, um die Partei frauenfreundlicher zu gestalten.
Die Wahl der Stellvertreter:innen findet während des Parteitags in Stuttgart statt. Claus' Vorschläge zielen auf praktische Hürden ab, mit denen besonders Mütter in der Partei konfrontiert sind. Ihr Erfolg könnte künftige Diskussionen über die Geschlechterrepräsentation in der CDU prägen.
Ines Claus gewählt als stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende
Ines Claus wurde auf dem Parteitag in Stuttgart zur stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. Sie setzte sich für praktische Reformen statt starre Quoten ein. Die Wahl markiert ihren Aufstieg von der Fraktionsvorsitzenden der CDU in Hessen zu einer nationalen Führungsposition.