IG Metall will Arbeitsplatzwechsel in Sachsen-Anhalt ohne Arbeitslosigkeit ermöglichen
Amelie BrandtIG Metall will Arbeitsplatzwechsel in Sachsen-Anhalt ohne Arbeitslosigkeit ermöglichen
IG Metall fordert landesweites "Job-to-Job"-Netzwerk für Sachsen-Anhalt
Die IG Metall für Niedersachsen und Sachsen-Anhalt setzt sich für den Aufbau eines flächendeckenden "Job-to-Job"-Netzwerks in Sachsen-Anhalt ein. Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die Region mit wachsenden Herausforderungen durch Dekarbonisierung, digitale Transformation und demografischen Wandel konfrontiert ist. Nach Ansicht der Gewerkschaft würde ein solches System Arbeitnehmern den Übergang in neue Tätigkeitsfelder erleichtern – ohne dass sie in Arbeitslosigkeit geraten.
Thorsten Gröger, Bezirksleiter von IG Metall, kritisierte die aktuelle Praxis, bei der qualifizierte Mitarbeiter zunächst entlassen und später wieder eingestellt werden. Es sei wirtschaftlich unsinnig, Fachwissen zu verlieren und dann unter Zeitdruck zurückzugewinnen, argumentierte er. Stattdessen plädierte er für ein modernes Industriezentrum, das Übergänge aktiv gestaltet, anstatt nur auf Arbeitsplatzverluste zu reagieren.
Das geplante Netzwerk soll auf bestehenden regionalen Initiativen aufbauen und diese zu einem dauerhaften, landesweiten System ausbauen. Sein zentrales Ziel ist es, Beschäftigte aus schrumpfenden Branchen mit Unternehmen zusammenzubringen, die genau diese Qualifikationen benötigen. Bevor externe Stellenwechsel in Betracht gezogen werden, sollten Betriebe zunächst interne Lösungen wie Weiterbildungen oder Versetzungen prüfen, um Wissen und Erfahrung im Unternehmen zu halten.
Die Gewerkschaft will gemeinsam mit der Landesregierung, Arbeitgeberverbänden und der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit diesen sozialverträglichen Rahmen schaffen. Das Ziel: Fachkräfte in Sachsen-Anhalt zu halten, um die industrielle Leistungsfähigkeit und Innovationskraft der Region zu sichern. Andere Bundesländer wie Baden-Württemberg und Bayern haben bereits ähnliche Modelle – etwa Innovationsparks oder Hochtechnologie-Infrastrukturprojekte – etabliert, um wirtschaftliche Umbrüche zu begleiten.
Gelingt der Aufbau des Netzwerks, könnte es Arbeitslosigkeit verhindern, indem Beschäftigte direkt in neue, hochwertige Jobs vermittelt werden. Gleichzeitig würde es das wachsende Missverhältnis zwischen Branchen mit Personalüberschuss und solchen mit Fachkräftemangel verringern. Ob das Vorhaben Realität wird, hängt nun von der Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaften, Unternehmen und Politik ab – und davon, ob es gelingt, das Konzept flächendeckend in Sachsen-Anhalt umzusetzen.






