Hitziger Streit um Apothekengebühren auf Münchner Kooperationsgipfel
Amelie BrandtHitziger Streit um Apothekengebühren auf Münchner Kooperationsgipfel
Scharfe Debatte auf dem Kooperationsgipfel in München
Auf dem Kooperationsgipfel in München kam es zu einer hitzigen Auseinandersetzung zwischen Olaf Heinrich, Vorstandsvorsitzendem von Redcare, und Dr. Ina Lucas, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin. Im Mittelpunkt standen geplante Gebührenerhöhungen, Rezeptboni und die Zukunft der örtlichen Apotheken.
Der Streit entzündete sich an der Forderung nach einer Erhöhung der Gebühren um 9,50 Euro, die Heinrich als unzureichend zurückwies. Er argumentierte, dass bereits ein Drittel der Apotheken vor Ort kämpfe, und erklärte: "9,50 Euro ändern daran nichts. Es gibt keine Ärzte, keine Rezepte." Stattdessen bezeichnete er den Vorschlag als "die falsche Lösung", um das bestehende Apothekennetz zu erhalten.
Heinrich verteidigte zudem die Rezeptboni und berief sich dabei auf das EU-Recht als maßgeblichen Rahmen. "Europäisches Recht geht vor nationalem Recht", betonte er und beharrte darauf, dass Redcare sich an diese Vorgaben halte. Zudem gab er bekannt, dass das Unternehmen Testkäufe durchführe – darunter auch Überprüfungen von Kurierdiensten, die Medikamententüten bei Nachbarn abstellten.
Dr. Lucas konterte mit dem Hinweis auf eine faire Vergütung. "Wer qualitative Versorgung will, muss mit 9,50 Euro vorpreschen – dann sehen wir weiter", argumentierte sie. Zudem unterstrich sie die Bedeutung der Apotheken in der Therapieunterstützung: Ihr Kerngeschäft liege in der therapeutischen Fachkompetenz – "das ist wirtschaftlich sinnvoll".
Die Diskussion offenbarten tiefe Gräben in der Frage der Apothekenfinanzierung und Dienstleistungsstandards. Während Heinrich die Wirksamkeit der Gebührenerhöhungen infrage stellte, forderte Lucas eine bessere finanzielle Anerkennung der therapeutischen Arbeit der Apotheken. Ungeklärt blieb, ob die vorgeschlagenen Änderungen die Zukunft der lokalen Apotheken sichern können.






