Hessen startet Initiative für schnelleren Wohnraum nach Frauenhaus-Aufenthalten
Tim RichterHessen startet Initiative für schnelleren Wohnraum nach Frauenhaus-Aufenthalten
Neue Initiative in Hessen: Schnellere Wohnungsvermittlung für Frauen aus Frauenhäusern
Ein neues Vorhaben in Hessen soll Frauen, die Frauenhäuser verlassen, schneller den Weg in stabiles Wohnen ebnen. Das von kommunalen Behörden und Wohnungsanbietern getragene Programm reserviert gezielt Wohnungen für Betroffene, die vor häuslicher Gewalt fliehen. Wie die Verantwortlichen warnen, müssen derzeit zu viele Frauen aufgrund des Mangels an bezahlbarem Wohnraum monatelang in Notunterkünften bleiben.
Die Initiative "Wohnen nach dem Frauenhaus" wurde nach der Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen Vertretern der kommunalen Spitzenverbände, dem Verband südwestdeutscher Wohnungsunternehmen (VdW Südwest) sowie den hessischen Ministerien für Soziales und Wohnen ins Leben gerufen. Im Fokus stehen Frauen, die Gewalt in Partnerschaften erlebt haben – allein 2023 wurden in Hessen über 9.000 solche Fälle registriert.
Die Nassauische Heimstätte, ein großer Wohnungsanbieter in der Region, hat zugesagt, bis 2028 jährlich 10 bis 15 Wohnungen für die Betroffenen bereitzustellen. Finanzielle Unterstützung des Landes soll Wohnungsgesellschaften dabei helfen, diese Wohnungen vorzuhalten; für 2026 sind mindestens 16 Millionen Euro vorgesehen. Dr. Axel Tausendpfund, Vorstandsmitglied des VdW Südwest, bezeichnete das Projekt als "entscheidende Brücke zwischen der Sicherheit des Frauenhauses und einer dauerhaften Perspektive".
Aktuell verbringen laut Sozialmonitor etwa 20 Prozent der Frauen in Frauenhäusern mehr als ein halbes Jahr in den Einrichtungen. Gerda Weigel-Greilich, Zweite Vizepräsidentin des Hessischen Städtetags, betonte, dass diese Frauen besonders schutzbedürftig seien und dringend Hilfe bräuchten. Dr. Michael Koch, Geschäftsführer des Hessischen Landkreistags, ergänzte, das Programm gehe gezielt das Problem an, dass es für Frauen im Übergang aus dem Frauenhaus zu wenig bezahlbaren Wohnraum gebe.
Der Erfolg des Vorhabens hängt von der engen Zusammenarbeit zwischen Wohnungsanbietern, Land und Sozialministerium ab. Durch die Bereitstellung von dauerhaftem Wohnraum soll zudem Platz in den Frauenhäusern für neu ankommende Schutzsuchende geschaffen werden.
Die Initiative bietet Frauen, die ein Frauenhaus verlassen, eine beschleunigte Lösung für sicheres Wohnen. Mit Landesmitteln und Zusagen der Wohnungswirtschaft zielt das Programm darauf ab, lange Aufenthalte in Notunterkünften zu verkürzen. Die Verantwortlichen hoffen, dass das Projekt die Belastung der Frauenhäuser verringert und Betroffenen eine stabile Grundlage für einen Neuanfang gibt.






