Herbert Grönemeyer erhält Nationalpreis und kritisiert Politiker scharf
Amelie BrandtHerbert Grönemeyer erhält Nationalpreis und kritisiert Politiker scharf
Der Sänger Herbert Grönemeyer ist mit dem Nationalpreis für sein gesellschaftliches Engagement ausgezeichnet worden. Der 70-Jährige nutzte seine Dankesrede, um Politiker für ihre mangelnde Kommunikation in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu kritisieren. Gleichzeitig rief er die Bevölkerung dazu auf, gesellschaftliche Herausforderungen mit mehr Optimismus und Eigeninitiative anzugehen.
Die Deutsche Nationalstiftung verleiht die Auszeichnung jährlich an Persönlichkeiten, die demokratische Werte stärken. Das diesjährige Preisgeld beträgt insgesamt 50.000 Euro. Ein separater Förderpreis würdigt zudem Projekte, die junge Menschen zusammenbringen.
In seiner Rede geißelte Grönemeyer die politische Führung für ihre Unfähigkeit, klar mit den Bürgern zu kommunizieren. Er verglich die fehlende Zusammenarbeit mit Fußballern gegnerischer Mannschaften, die sich im Mittelkreis streiten, statt das Spiel zu bestreiten. Besonders kritisierte er, dass die Kanzler Angela Merkel und Olaf Scholz zu zentralen Themen geschwiegen hätten – Scholz habe die „Zeitenwende“ nur kurz angesprochen, bevor er wieder in Stille verfallen sei.
Grönemeyer forderte die Menschen auf, aufzuhören, auf väterliche oder mütterliche Figuren wie „Mutti“ oder „Vati“ zu warten, die ihre Probleme lösen. Stattdessen plädierte er für eine Bewegung, in der sich die Menschen gegenseitig unterstützen. Als positives Beispiel erinnerte er an das Jahr 2015, als Deutschland Geflüchtete willkommen hieß – ein Beweis für kollektiven guten Willen, an den es sich zu erinnern lohne.
Zum Abschluss lehnte er Zukunftsängste ab und betonte seine Verantwortung gegenüber den jüngeren Generationen. Der Preis würdigt sein langjähriges Engagement für soziale Belange. Seine Rede verband Kritik mit einem Appell zu Einheit und persönlicher Verantwortung.






