Grüne fordern radikale Klimawende nach extremer Hitzewelle und SPD-Kritik
Nico SchulzGrüne fordern radikale Klimawende nach extremer Hitzewelle und SPD-Kritik
Die Grünen haben die Bundesregierung nach einer rekordverdächtigen Hitzewelle aufgefordert, ihre Klimapolitik grundlegend zu überarbeiten. Die klimapolitische Sprecherin Lisa Badum kritisierte Umweltminister Carsten Schneider (SPD) scharf dafür, die Pläne nicht an die aktuellen Gegebenheiten anzupassen.
Badum betonte die Dramatik der Hitzewelle, die durch die Klimakrise um vier Grad intensiver ausfalle als ohne den menschengemachten Klimawandel. Zwar erkannte sie an, dass Schneider die wirtschaftlichen Risiken durch steigende Temperaturen und Wasserknappheit thematisiere – seine Reaktionen seien jedoch nach wie vor unzureichend.
Die Grünen-Politikerin argumentierte, dass die weitere Nutzung von Öl- und Gasheizungen über das Jahr 2045 hinaus gegen die verfassungsrechtlichen Klimaziele verstoße. Zudem wirft sie der SPD vor, mit der Verabschiedung des Gebäudeenergiegesetzes diese Ziele zu unterlaufen. Badum forderte eine vollständige Neuerarbeitung des Klimaschutzprogramms, um der sich verschärfenden Lage gerecht zu werden.
Der Appell für ein neues Klimaschutzprogramm kommt zu einer Zeit, in der Hitzewellen immer extremer werden. Trotz Schneiders Eingeständnis wirtschaftlicher Schäden durch die Erderwärmung blieben konkrete politische Konsequenzen bisher aus. Die Grünen bestehen darauf, dass umgehend gehandelt werden muss, um den rechtlichen und ökologischen Verpflichtungen nachzukommen.
