Goslar testet Tempo 30 in Ohlhof – mehr Sicherheit oder nur ein Experiment?
Amelie BrandtGoslar testet Tempo 30 in Ohlhof – mehr Sicherheit oder nur ein Experiment?
Goslar führt ab 9. April Testphase für Tempo-30-Zone auf Ohlhofbreite und Kurt-Schumacher-Allee ein
Die sechsmonatige Erprobung soll die Verkehrssicherheit und Lebensqualität im Stadtteil Ohlhof verbessern. Anwohner:innen und der Stadtrat hatten die Maßnahme nach jahrelangen Bedenken wegen zu hoher Geschwindigkeiten vorangetrieben.
Der Versuch folgt einer Petition aus dem Jahr 2023, in der 238 Ohlhofer Bürger:innen verkehrsberuhigende Maßnahmen forderten. Seitdem unterstützen der Stadtrat und der Quartiersverein Ohlhof das Projekt. Innerhalb der Zone gilt künftig die Regelung "Rechts vor Links" als Standard.
Während der Testphase wird es keine Geschwindigkeitskontrollen geben. Stattdessen erfasst die Stadt das Verkehrsverhalten durch regelmäßige statistische Erhebungen. Ziel ist es, die Geschwindigkeiten so zu senken, dass nicht mehr als 15 Prozent der Fahrenden schneller als 36 km/h (der sogenannte V85-Wert) fahren.
Falls der Versuch dieses Ziel erreicht, könnte die Tempo-30-Beschränkung dauerhaft eingeführt werden. Vollständige Unfall- oder Vorfallsstatistiken der betroffenen Straßen der vergangenen drei Jahre liegen nicht öffentlich vor. Detaillierte Daten können jedoch bei der Goslarer Polizei oder der Landesverkehrsbehörde Niedersachsens angefragt werden.
Die Testphase läuft bis Oktober; Umfragen sollen die praktischen Auswirkungen dokumentieren. Über eine dauerhafte Einrichtung der Zone wird entschieden, sobald sich zeigt, ob die gewünschte Geschwindigkeitsreduzierung erreicht wird. Das Ergebnis könnte auch künftige Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in anderen Goslarer Stadtteilen beeinflussen.






