Gorleben bleibt Atomlager für weitere 20 Jahre – trotz Sicherheitsrisiken und Protesten
Tim RichterGorleben bleibt Atomlager für weitere 20 Jahre – trotz Sicherheitsrisiken und Protesten
Atomanlagen-Zwischenlager Gorleben bleibt deutlich länger in Betrieb als geplant
Das deutsche Zwischenlager für atomare Abfälle in Gorleben wird weit länger genutzt werden als ursprünglich vorgesehen. Ein Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung um 20 Jahre wurde gestellt – damit würde die Schließung des Lagers erst 2054 erfolgen. Aktuell lagern dort 113 Behälter mit hochradioaktivem Material, darunter abgebrannte Brennelemente und wiederaufbereiteter Atommüll.
Die Anlage war nie darauf ausgelegt, Terroranschlägen oder Kriegsereignissen standzuhalten. Dennoch wird das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) den Verlängerungsantrag prüfen und verweist dabei auf die Notwendigkeit laufender Sicherheitsüberprüfungen. Regelmäßige Inspektionen sollen die verlängerte Nutzung aus sicherheitstechnischer Sicht rechtfertigen.
Der Atommüll wurde zwischen 1995 und 2011 in 13 separaten Transporten angeliefert – jeder dieser Transporte löste massive öffentliche Proteste aus. Die Bürgerinitiative (BI) Lüneburg-Dannenberg äußert seitdem Bedenken hinsichtlich der langfristigen Risiken, die mit der Lagerung solcher Stoffe vor Ort verbunden sind.
Mit der Verlängerung soll zudem das Fachwissen der Verantwortlichen im Umgang mit dem Lager erhalten bleiben. Parallel dazu läuft weiter die Suche nach einem Endlager – das ursprüngliche Ziel, bis 2031 eine Lösung zu finden, gilt inzwischen als unrealistisch.
Bei einer Genehmigung würde das Zwischenlager bis 2054 betrieben. Die Entscheidung liegt bei den Aufsichtsbehörden, die Sicherheitsbedenken gegen das Fehlen eines endgültigen Endlagers abwägen müssen. Da sich die Suche nach einer dauerhaften Lösung verzögert, bleibt Gorleben noch auf Jahrzehnte hinaus von zentraler Bedeutung.
