29 June 2026, 18:16

Erstes Schwarmkraftwerk am Rhein nutzt Flussströmung für sauberen Strom

Energyminer's River Turbines Are Real. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Erstes Schwarmkraftwerk am Rhein nutzt Flussströmung für sauberen Strom

Ein bahnbrechendes hydrokinetisches Kraftwerk entsteht am Rhein

Das Unternehmen Energyminer installiert bei St. Goar 124 „Energyfish“-Turbinen und schafft damit das erste groß angelegte Schwarmkraftwerk seiner Art. Die kleinen, schwimmenden Geräte nutzen die Strömung des Flusses, um Strom für das Netz zu erzeugen.

Jede Energyfish-Einheit misst 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von etwa 80 Kilogramm. Eine einzelne Turbine kann bis zu 6 Kilowatt leisteten und jährlich rund 15 Megawattstunden erzeugen. Ein Schwarm von 100 Einheiten könnte etwa 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern, während die vollständige Anlage mit 124 Turbinen in St. Goar im Durchschnitt einige hundert Kilowatt – nicht jedoch Dutzende Megawatt – bereitstellen wird.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das System ist für den Dauerbetrieb konzipiert und soll unabhängig von Wetter und Jahreszeit Grundlaststrom liefern. Es muss Hochwasser standhalten, Fische schonen und nur minimalen Wartungsaufwand erfordern. Zur Installation gehören die Vorbereitung des Flussbetts, Verankerungen, Kabel, landseitige Ausrüstung, der Netzanschluss sowie ein Wartungsplan.

Laut Energyminer liegen die gestützten Stromgestehungskosten bei etwa 0,08 Euro pro Kilowattstunde, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über eine Laufzeit von 20 Jahren. Allerdings schwankt die Flussströmung je nach Jahreszeit, Hochwasser oder Niedrigwasser, was sich auf die Gleichmäßigkeit der Stromerzeugung auswirkt. Für abgelegene, dieselabhängige Regionen könnte die Technologie wertvoll sein, in netzgebundenen Gebieten muss sie sich jedoch gegen andere saubere Energiequellen behaupten.

Das Projekt in St. Goar markiert einen wichtigen Schritt für die kleinskalige hydrokinetische Energiegewinnung. Die Leistung des Turbinenschwarms wird die Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit der Technologie auf die Probe stellen. Bei Erfolg könnte sie eine neue Option für erneuerbare Energien an geeigneten Flussstandorten bieten.

Quelle