25 June 2026, 14:08

Entwicklungshilfe in der Krise: NGOs warnen vor Haushaltskürzungen und fehlender Strategie

Hilfsorganisationen kritisieren fehlende Strategie

Entwicklungshilfe in der Krise: NGOs warnen vor Haushaltskürzungen und fehlender Strategie

Zwei führende deutsche Nichtregierungsorganisationen haben ihren Jahresbericht zur Entwicklungspolitik des Landes vorgestellt. Mathias Mogge von der Welthungerhilfe und Joshua Hofert von Terre des Hommes präsentierten am Mittwoch ihre Erkenntnisse. Sie wiesen auf wachsende Herausforderungen im Sektor hin, die durch Haushaltskürzungen und globale Krisen verschärft werden.

Seit 2022 hat die Bundesregierung das Budget für Entwicklungszusammenarbeit um ein Drittel gekürzt. Für den Haushalt 2027 sind weitere Einschnitte zu erwarten. Trotz dieser Entwicklungen begrüßten die NGOs die geplante Neuausrichtung der Entwicklungspolitik, warnten jedoch, dass es an einer klaren Strategie für die Reformen fehle.

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Mogge und Hofert betonten, dass der Reformprozess nicht von Berlin aus top-down gesteuert werden dürfe. Sie forderten eine frühzeitige und verbindliche Einbindung der Partnerländer, der lokalen Zivilgesellschaft und junger Menschen. Mogge ergänzte, dass der Fokus von der Menge der Hilfe auf deren Qualität verlagert werden müsse – mit weniger Bürokratie und mehr Autonomie für zivilgesellschaftliche Gruppen.

Die Organisationen verlangten zudem eine deutliche Aufstockung der Mittel für humanitäre Hilfe. Sie schlugen vor, diese im nächsten Bundeshaushalt von einer Milliarde auf 2,8 Milliarden Euro zu erhöhen. Mogge unterstrich die Notwendigkeit präventiver Ausgaben statt rein reaktiver Maßnahmen. Im gemeinsamen Bericht wurde betont, dass Hilfe bedarfsorientiert, neutral und unabhängig von Sicherheits-, Migrations- oder geopolitischen Interessen bleiben müsse.

Die NGOs verwiesen auf den steigenden Druck auf die Entwicklungspolitik durch Kriege, Klimawandel und wirtschaftliche Instabilität. Sie argumentierten, dass wirtschaftliche Zusammenarbeit stärker an lokalen Akteuren ausgerichtet werden müsse. Die Bundesregierung wurde aufgefordert, die Spannung zwischen eigenen Interessen und denen der Partnerländer zu überwinden.

Die jährliche Bewertung plädiert für einen inklusiveren und strategischeren Ansatz in der Entwicklungspolitik. Sie fordert höhere Mittel für humanitäre Hilfe und eine stärkere Ausrichtung an lokalen Bedürfnissen statt an politischen Agenden. Die Empfehlungen der NGOs zielen darauf ab, sowohl akute Krisen zu bewältigen als auch langfristige Stabilität zu fördern.

Quelle