Energiekrise trifft Bürger hart – während Ölkonzerne Rekordgewinne einfahren
Lina LangeEnergiekrise trifft Bürger hart – während Ölkonzerne Rekordgewinne einfahren
Die Energiekosten sind weltweit explodiert und belasten Milliarden Menschen mit stark gestiegenen Sprit- und Heizkosten. In Deutschland fühlen sich inzwischen fast 80 Prozent der Bevölkerung durch die Abhängigkeit ihres Landes von importierten fossilen Brennstoffen bedroht. Gleichzeitig verzeichnen große Ölkonzerne trotz der Krise weiterhin Rekordgewinne.
Laut Fatih Birol, dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), ist die aktuelle Energiekrise auch auf politische Entscheidungen der früheren US-Regierung unter Donald Trump und der israelischen Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zurückzuführen. Während die Preise steigen, tragen die Verbraucher die finanzielle Last – die Ölmultis hingegen profitieren massiv. So verdoppelte sich etwa der Nettogewinn des Konzerns BP im frühen Jahr 2024 fast und erreichte 2,7 Milliarden Euro.
Deutschland führte nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine Übergewinnsteuer für Öl-, Gas-, Kohleunternehmen und Raffinerien ein. Die Abgabe brachte rund 2,5 Milliarden Euro ein, doch Kritiker monieren, sie habe kaum etwas daran geändert, dass die Bürger unter den explodierenden Kosten ächzen. Steigende Ölpreise treiben zudem die Ausgaben für Düngemittel, Transport und Grundnahrungsmittel in die Höhe – mit dem Risiko, dass sich die Ernährungslage für Millionen Menschen weiter verschärft, falls sich die Krise zuspitzt.
Mittendrin wächst die Nachfrage nach erneuerbaren Energien. Chinas Export von Solarmodulen verdoppelte sich im März 2024 im Vergleich zum Vormonat – ein Zeichen für den Umstieg auf saubere Alternativen. Südkoreas Präsident hat ein "Solar-Einkommens"-Programm gestartet, das Dörfern günstige Kredite für gemeinsame Solarprojekte bietet. Deutschland hingegen plant, die Förderung für kleine Solaranlagen bis 2025 auslaufen zu lassen, was Bedenken hinsichtlich der künftigen Verbreitung weckt.
Die Energiekrise setzt Haushalte und Volkswirtschaften weiter unter Druck, wobei die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen viele verletzlich macht. Während einige Länder den Ausbau der Solarenergie vorantreiben, fahren andere die Unterstützung zurück – der Weg in die Zukunft bleibt ungewiss. Die Kluft zwischen steigenden Unternehmensgewinnen und der wachsenden Not der Bevölkerung stellt die Politik vor eine ihrer größten Herausforderungen.






