Deutschlands Viehwirtschaft zwischen Wachstum und Rückgang der Bestände
Nico SchulzDeutschlands Viehwirtschaft zwischen Wachstum und Rückgang der Bestände
Deutschlands Viehwirtschaft zeigt gemischte Entwicklungen
In den vergangenen Jahren hat die deutsche Viehzucht gegenläufige Trends erlebt: Während die Rinderbestände leicht zugenommen haben, geht die Zahl der Schweinehalter weiter zurück. Neue Daten vom Mai 2023 belegen Veränderungen sowohl bei den Tierzahlen als auch bei der Anzahl der Betriebe im ganzen Land.
Die Zahl der Schweinehalter in Deutschland ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,6 Prozent gesunken – ein Rückgang um 550 auf nunmehr 14.700 Betriebe. Im vergangenen Jahrzehnt war der Schwund noch deutlicher: Hier verringerte sich die Zahl um 40 Prozent, was einem Verlust von 9.800 Betrieben entspricht. Dennoch stieg der Gesamtbestand an Schweinen um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, was einem Zuwachs von 131.100 Tieren auf insgesamt 21,0 Millionen entspricht. Im Schnitt hält ein Betrieb heute rund 1.400 Schweine – 2016 waren es noch etwa 1.100.
Bei Rindern hingegen gab es einen leichten Anstieg um 0,2 Prozent, was 17.200 Tieren mehr entspricht und den Gesamtbestand auf 10,4 Millionen bringt. Doch auch hier zeigt sich über die letzten zehn Jahre ein Rückgang: Die Rinderpopulation schrumpfte um 17,6 Prozent, ein Verlust von 2,2 Millionen Tieren.
Während sich im Schweinesektor der Trend zu weniger, aber größeren Betrieben klar abzeichnet, verzeichnen die Rinderbestände zwar ein leichtes jährliches Wachstum, liegen aber weiterhin deutlich unter den Werten von vor einem Jahrzehnt. Diese Entwicklungen spiegeln die anhaltenden Veränderungen in der deutschen Agrarlandschaft wider.
