17 April 2026, 06:11

"Circle of Life"-Streit: Komiker veralbert Disney-Hit – und wird verklagt

Schwarze und weiße Illustration einer Gruppe von Löwen in einer Dschungellandschaft mit üppiger Vegetation und Bäumen, die den Text 'Der Löwenkönig' unten zeigt.

"Circle of Life"-Streit: Komiker veralbert Disney-Hit – und wird verklagt

Ein Rechtsstreit hat sich zwischen dem Komponisten Lebohang Morake, bekannt als Lebo M, und dem Komiker Learnmore Jonasi um den berühmten "Circle of Life"-Chor aus "Der König der Löwen" entzündet. Morake verklagt Jonasi, weil dieser die Liedtexte angeblich in seinen Comedy-Auftritten veralbert und deren Bedeutung verzerrt habe. Die Klage wirft Jonasi vor, mit seinen Witzen erheblichen finanziellen Schaden angerichtet und kulturelle Empörung ausgelöst zu haben.

Im Mittelpunkt der Kontroverse steht Jonasis Übersetzung des Chors, die er auf Zulu und Xhosa mit "Schaut, da ist ein Löwe. Oh mein Gott" wiedergab – eine Version, die Morake als entstellende Verharmlosung der eigentlichen Bedeutung des Liedes kritisiert. Der Konflikt begann, als Jonasi, ein simbabwischer Komiker, der derzeit durch die USA tourt, den Chor in sein Stand-up-Programm aufnahm. In einem Podcast übersetzte er die Zeilen auf eine Weise, die deren Erhabenheit ins Lächerliche zog und bei den Moderatoren Gelächter auslöste. Disneys offizielle Übersetzung lautet hingegen "Hoch lebe der König, wir alle verneigen uns vor dem König" – eine weitaus majestätischere Deutung.

Morakes Klage wirft Jonasi vor, den Chor absichtlich falsch übersetzt und durch übertriebene Imitationen seine kulturelle Tragweite herabgewürdigt zu haben. Die Klageschrift fordert über 20 Millionen US-Dollar Schadensersatz sowie weitere 7 Millionen US-Dollar als Strafschadenersatz. Jonasi, der "Der König der Löwen" bereits früher für dessen Afrikadarstellung kritisiert hatte, hinterfragte zudem, warum die Löwen im Film mit amerikanischem Akzent sprechen.

Die Auseinandersetzung spitzte sich zu, als Jonasi auf Instagram veröffentlichte, dass ihm die Klageschrift mitten in einer Aufführung zugestellt worden sei. Sein Post, der den Moment zeigt, in dem er die Dokumente auf der Bühne erhielt, ging viral, erreichte über 3 Millionen Aufrufe und tausende solidarische Kommentare. Als Reaktion erklärte Jonasi, er sei bereit, mit Morake an einem Video zu arbeiten, das die tiefere Bedeutung des Liedes erklärt – in der Hoffnung, das Missverständnis beizulegen.

Morake, ein langjähriger Disney-Partner, bezieht Tantiemen aus dem "Circle of Life"-Chor und hat seine Karriere auf dessen kulturelles Erbe aufgebaut. Seine rechtlichen Schritte zeigen seinen Entschluss, sowohl die Integrität des Liedes als auch seinen professionellen Ruf zu verteidigen.

Der Fall verdeutlicht die Spannung zwischen künstlerischer Interpretation und kulturellem Respekt. Morakes Vorwürfe konzentrieren sich auf finanzielle Verluste und die angebliche Entwertung eines Liedes, das tief mit dem afrikanischen Erbe verbunden ist. Jonasis virale Reaktion hingegen deutet darauf hin, dass der Streit bei den Zuschauern einen Nerv getroffen hat – und aus einer juristischen Auseinandersetzung eine breitere Debatte über Comedy, Übersetzung und Tradition geworden ist.

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