CDU-Politikerin Connemann kritisiert EU-Richtlinie als bürokratische Überregulierung
Amelie BrandtCDU-Politikerin Connemann kritisiert EU-Richtlinie als bürokratische Überregulierung
CDU-Politikerin Gitta Connemann hat die EU-Richtlinie zur Entgelttransparenz als überzogene Regulierung kritisiert. Sie bezeichnete sie als „Musterbeispiel europäischer Überregulierung“, die Unternehmen mit unnötiger Bürokratie belaste. Ihre Äußerungen folgen Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen der Richtlinie auf kleine und mittlere Unternehmen (KMU).
Connemann argumentierte, die Richtlinie werde – wie aktuell formuliert – eine „Flutwelle an Bürokratie“ auslösen. Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten müssten regelmäßig Gehaltsberichte vorlegen. Selbst kleinere Betriebe, etwa eine Bäckerei mit acht Mitarbeitenden, wären verpflichtet, Leistungen wie Dienstfahrräder, Reisekostenzuschüsse oder Boni bei Lohnvergleichen zu berücksichtigen.
Sie stellte infrage, ob die Richtlinie einen echten Mehrwert bringe. Deutschland verfüge bereits über Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit garantierten – die zusätzlichen EU-Vorgaben seien aus ihrer Sicht überflüssig. Zudem warnte Connemann, dass KMU mit zusätzlichem Verwaltungsaufwand konfrontiert würden, etwa durch die Beantwortung individueller Anfragen zu Gehaltsdaten oder die Herstellung von Vergleichbarkeit bei der Vergütung.
Ihre Kritik bezog sich dabei auf den Draghi-Bericht zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Statt sich in unnötiger Regulierung zu verlieren, die den Kontinent zurückwerfe, forderte sie einen Fokus auf Wachstum und Wertschöpfung.
Ziel der Richtlinie ist es zwar, EU-weit für mehr Lohntransparenz zu sorgen, doch Connemann sieht darin vor allem eine Zunahme des bürokratischen Aufwands. Unternehmen jeder Größe stünden vor neuen Meldepflichten, die ihre Verwaltungsarbeit weiter belasteten. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Spannungen zwischen EU-weiten Vorgaben und nationalen Arbeitsmarktregelungen wider.






