06 April 2026, 20:09

BVVA fordert radikale Apothekenreform: Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität für Fachkräfte

Außenansicht der 'The Generics Pharmacy'-Filiale in einer städtischen Gegend mit Gebäuden, Fahrzeugen und Stromleitungen unter einem klaren Himmel.

BVVA fordert radikale Apothekenreform: Weniger Bürokratie, mehr Flexibilität für Fachkräfte

Der Bundesverband der Versorgungsapotheker (BVVA) fordert umfassende Reformen im Apothekenbetrieb und bei der Finanzierung. Die Vorschläge zielen darauf ab, bürokratische Hürden abzubauen, jüngere Fachkräfte zu gewinnen und die finanzielle Belastung der Apotheken zu verringern. Zu den zentralen Änderungen gehören eine Neugestaltung der Zuzahlungssysteme und eine Vereinfachung der Rezeptregelungen.

Eine der Hauptforderungen des BVVA ist die vollständige Übernahme der Patientenzuzahlungen durch die Krankenkassen. Bisher obliegt es den Apotheken, diese Gebühren einzuziehen, was häufig zu Streitigkeiten und finanziellen Belastungen führt. Der Verband argumentiert, dass die Kassen den Prozess direkt abwickeln sollten, um überflüssigen Verwaltungsaufwand für Apotheker zu vermeiden.

Darüber hinaus setzt sich der BVVA für eine einheitliche Gültigkeitsdauer von Rezepten ein: Ein voller Monat soll für alle Standardmedikamente und medizinischen Hilfsmittel gelten. Dies würde das derzeitige Flickwerk unterschiedlicher Ablauffristen ersetzen und die Abgabe effizienter gestalten.

Ein weiterer Vorschlag betrifft das Modell der "Apotheken-GmbH", das nach Ansicht des BVVA lokale Apotheken für jüngere Apotheker attraktiver machen würde. Im Gegensatz zur traditionellen Offenen Handelsgesellschaft (OHG) ermöglicht die GmbH-Struktur Teilzeit-Führungskräften mehr Flexibilität in Leitungsfunktionen.

Bei den Ausbildungsanforderungen plädiert der Verband für weniger Pflichtschulungen und spezialisierte Beauftragte in Apotheken. Exzessive Vorschriften erhöhten demnach die Arbeitsbelastung, ohne erkennbaren Nutzen zu bringen.

Kritik übt der BVVA zudem an den anhaltenden Rückforderungen ohne Ausgleichszahlungen, bei denen Krankenkassen von Apotheken Gelder für die Abgabe günstiger Medikamente zurückverlangen. Trotz jüngster Einschränkungen deckten die Regelungen laut Verband weiterhin nicht alle ungerechtfertigten Fälle ab. Solche Rückforderungen zwängen Apotheken in langwierige Widerspruchs- und Klageverfahren, die Ressourcen binden.

Um Preisschwankungen zu begegnen, schlägt der BVVA bundesweit einheitliche Erstattungssätze für alle in Apotheken abgegebenen medizinischen Hilfsmittel vor. Diese sollten zwischen dem GKV-Spitzenverband (dem Dachverband der gesetzlichen Krankenkassen) und der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (DAV) ausgehandelt werden.

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Die Reformvorschläge des BVVA sollen die finanziellen und administrativen Belastungen der Apotheken mindern und deren Betrieb modernisieren. Bei Umsetzung würden die Änderungen die Zuzahlungsabwicklung auf die Kassen verlagern, die Rezeptabwicklung vereinfachen und flexiblere Betriebsmodelle einführen. Zudem zielen die Pläne darauf ab, Streitigkeiten über Rückforderungen zu reduzieren und die Preise für medizinische Hilfsmittel in ganz Deutschland zu standardisieren.

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