14 April 2026, 06:09

Brandenburgs Schulstreit: Wer trägt die Schuld am Lehrkräftemangel?

Offenes Buch mit detaillierter Karte von Brandenburg auf schwarzem Hintergrund, das geografische Merkmale der Region zeigt.

Brandenburgs Schulstreit: Wer trägt die Schuld am Lehrkräftemangel?

In Brandenburg ist ein politischer Streit über den sich verschärfenden Lehrkräftemangel entbrannt. Der neu ernannte Bildungsminister Gordon Hoffmann (CDU) macht dafür vergangene Entscheidungen der SPD und ihres früheren Koalitionspartners, dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), verantwortlich. Die BSW-Führung wiederum schiebt die Schuld ihren einstigen Partnern zu und bezeichnet die bisherige Bildungspolitik als gescheitert.

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Der Konflikt gipfelt nach Jahren des Personalabbaus und steigender Arbeitsbelastung für Lehrkräfte, während aktuelle Haushaltsmaßnahmen die Krise weiter verschärft haben.

Ausgelöst wurde die Auseinandersetzung, nachdem Hoffmann das Bildungsressort von der SPD übernommen hatte, die es mehr als 30 Jahre lang innehatte. In seinen ersten Stellungnahmen führte er den aktuellen Lehrermangel auf Stellenstreichungen während der SPD-BSW-Koalitionsregierung zurück. Seine Vorwürfe provozierten eine scharfe Reaktion der BSW-Landesvorsitzenden Friederike Benda, die den früheren SPD-Ministern Steffen Freiberg und Robert Crumbach – beide ehemalige Finanzminister – vorwarf, die Kürzungen vorangetrieben und die Unterrichtsverpflichtungen erhöht zu haben.

Benda bezeichnete die frühere Unterstützung des BSW für die SPD-Bildungspolitik als Fehler. Sie verwies auf einen Haushaltsbeschluss für 2025, der 345 Vollzeitstellen im Lehrbereich strich, sowie auf eine Regelung, wonach die meisten Lehrkräfte seit dem zweiten Halbjahr des Schuljahres eine zusätzliche Stunde pro Woche unterrichten müssen. Hoffmann wies ihre Argumente als "lächerlich" zurück und betonte, sowohl CDU als auch SPD hätten jahrelang vor den Folgen solcher Maßnahmen gewarnt.

Die Kritik des BSW markiert einen deutlichen Bruch mit der früheren Allianz zur SPD. Crumbach, der die Partei einst vor Benda führte, hatte die nun in der Kritik stehenden Maßnahmen noch unterstützt. Mit der CDU an der Regierungsspitze haben sich die Spannungen jedoch zugespitzt, wer die Verantwortung für die maroden Brandenburger Schulen trägt.

Der Streit lässt das Bildungssystem Brandenburgs vor akuten Herausforderungen stehen. Lehrkräfte arbeiten länger, während immer weniger Stellen besetzt werden. Da keine schnelle Lösung in Sicht ist, dürfte das gegenseitige Schuldzuschieben der Parteien anhalten – während die Schulen mit den Folgen kämpfen.

Quelle