Batteriezug auf der Ländchesbahn startet Testbetrieb – doch der Bahnhof Erbenheim sorgt für Streit
Nico SchulzBatteriezug auf der Ländchesbahn startet Testbetrieb – doch der Bahnhof Erbenheim sorgt für Streit
Auf der Ländchesbahn-Strecke zwischen Wiesbaden und Niedernhausen verkehrt nun ein neuer batteriebetriebener Zug. Der Probebetrieb startete Mitte Dezember im Rahmen eines einjährigen Tests, bei dem Zuverlässigkeit und Effizienz geprüft werden. Gleichzeitig sorgt der geplante Umbau des Bahnhofs Erbenheim für Diskussionen über die künftige Kapazität der Strecke.
Im Mittelpunkt des einjährigen Versuchs steht die tägliche Leistung des Zugs, sein Energieverbrauch und der praktische Betrieb. Aktuell bedient er vier Verbindungen pro Richtung und Tag, während stärker frequentierte Strecken weiterhin auf gekuppelte Dieselzüge angewiesen sind. Erste Ergebnisse zeigen, dass das batteriebetriebene Modell etwa 70 Prozent weniger Energie verbraucht als dieselbetriebene Züge.
Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) sieht in dem Test einen wichtigen Schritt, um die gesamte Ländchesbahn bis 2032 CO₂-frei zu gestalten. Bei Erfolg könnten batteriebetriebene Züge auf nicht elektrifizierten Abschnitten im gesamten Netz Dieseltriebwagen ersetzen.
Kritik gibt es unterdessen am geplanten Umbau des Bahnhofs Erbenheim. Gegner monieren, dass die aktuelle Planung keinen Platz für ein zweites Gleis vorsehe und so langfristige Engpässe riskiere. Der Regionalverband Darmstadt sammelt derzeit alle Einwände, bevor sie weitergeleitet werden. Die Entscheidung über die Genehmigung des Umbaus liegt anschließend bei der Eisenbahn-Bundesamt.
Der Testbetrieb des batteriebetriebenen Zugs läuft bis Ende 2024. Die Ergebnisse werden die künftigen Entscheidungen für einen nachhaltigen Schienenverkehr beeinflussen. Auch das Ergebnis der Prüfung des Erbenheimer Bahnhofs wird die Kapazität der Strecke auf Jahre hinaus prägen. Beide Vorhaben markieren entscheidende Schritte bei der Modernisierung der Ländchesbahn.






