29 June 2026, 18:16

Bachmann-Preis 2024: Macht, Geld und die Freiheit der Literatur in Klagenfurt

Frontal gegen alles

Bachmann-Preis 2024: Macht, Geld und die Freiheit der Literatur in Klagenfurt

Die Jury des Bachmann-Preises bestand in diesem Jahr aus sieben Jurorinnen. Sie bewerteten Texte, die sich mit wirtschaftlichen Kämpfen, künstlerischer Freiheit und gesellschaftlichen Hierarchien auseinandersetzten. Mehrere Autor:innen wurden während der Veranstaltung in Klagenfurt für ihr Werk ausgezeichnet.

Ingeborg Bachmanns Hörspiel „Der gute Gott von Manhattan“ zeigt Gott als Angeklagten vor Gericht. Der Richter wirft ihm Vorwürfe vor, doch er entgeht der Strafe, indem er die Wahrheit spricht. Diese spielerische, zugleich provokante Erzählung gab den Ton für die Diskussionen über Macht und Verantwortung während der Veranstaltung vor.

Ozan Zakariya Keskinkılıç erhielt den Deutschlandfunk-Preis für „Vater ohne Sohn“. Schaette gewann sowohl den mit 30.000 Euro dotierten Hauptpreis als auch den Publikumspreis für „Was wir tragen“. Kinga Tóth wurde mit dem KELAG-Preis für ihre Darstellung eines „Ostblock-Mädchens“, das tägliche Demütigungen erlebt, ausgezeichnet.

Slata Roschals Text konzentrierte sich weniger auf wirtschaftliche Not, sondern auf die Literaturszene. Nach ihrer Lesung lehnte sie eine Auseinandersetzung mit der Jury ab und kritisierte die Behandlung von Schriftsteller:innen durch das Establishment. Burkhard Spinnen hingegen argumentierte, dass künstlerisches Schaffen Freiheit von gesellschaftlichem und finanziellem Druck erfordere.

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Die Jury hob wiederkehrende Motive in den Texten hervor, etwa „Flecken“ als Symbol für prekäre Lebensumstände. Zudem wurde betont, wie wirtschaftliche Hierarchien oft in monetären Kategorien gemessen werden. Die Auszeichnungen würdigten vielfältige Stimmen und Perspektiven. Die Diskussionen und prämierten Werke unterstrichen das Zusammenspiel von Kunst, ökonomischen Realitäten und institutioneller Macht. Die Veranstaltung endete mit mehreren Preisen, die die Tiefe und Bandbreite der zeitgenössischen Literatur widerspiegelten.

Quelle