23 May 2026, 14:10

Autor:innen brechen mit Westend Verlag wegen AfD-Nähe

Autoren distanzieren sich vom Verlag

Autor:innen brechen mit Westend Verlag wegen AfD-Nähe

Eine Gruppe von rund 30 Autor:innen hat öffentlich die Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Verlag Westend Verlag beendet. Der Streit dreht sich um ein kürzlich erschienenes Buch, das Beiträge von Schriftsteller:innen enthält, die mit der rechtsextremen AfD in Verbindung stehen. Die Autor:innen werfen dem Verlag vor, seine politische Ausrichtung radikal verändert zu haben.

Der Konflikt eskalierte nach der Veröffentlichung des Bandes „Links – Deutsch / Deutsch – Links“, herausgegeben von Julian Reichelt und Pauline Voss. Die Anthologie enthält Texte von Persönlichkeiten, die der Alternative für Deutschland (AfD) nahestehen – eine Partei, die viele langjährige Autor:innen des Verlags als Bedrohung für die Demokratie betrachten. In einem offenen Brief warfen sie dem Verlag vor, sein Programm „bis weit nach rechts“ ausgedehnt und damit seine ursprünglichen linksgerichteten Grundsätze aufgegeben zu haben.

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Unter den Unterzeichner:innen des Briefs befinden sich taz-Mitarbeiter:innen sowie der linke Politiker Gregor Gysi. Sie betonten, dass der Verlag zwar das Recht habe, nach eigenem Ermessen zu veröffentlichen, sie ihre Werke jedoch nicht länger mit dem Haus in Verbindung bringen wollten. Ihre journalistische Integrität sei mit der ideologischen Ausrichtung des Verlags nicht mehr vereinbar, hieß es zur Begründung.

Der Westend Verlag bedauerte die Entwicklung und erklärte, dass unterschiedliche politische Positionen innerhalb des demokratischen Rahmens ernsthaft diskutiert werden sollten, statt pauschal abgelehnt zu werden. Der 2004 gegründete Verlag positionierte sich zunächst im progressiven Spektrum und pflegte sogar Verbindungen zur taz. Zu seinen aktuellen Autor:innen zählen Namen wie Ulf Poschardt, Wolfgang Kubicki, Ulrike Guérot, Sahra Wagenknecht und Gabriele Krone-Schmalz.

Die Autor:innen jedoch bleiben bei ihrem Entschluss, die Zusammenarbeit zu beenden, und verweisen auf einen unüberbrückbaren Bruch mit den Werten des Verlags.

Der öffentliche Bruch markiert eine klare Trennlinie zwischen dem Westend Verlag und einem erheblichen Teil seiner ehemaligen Beitragenden. Die Autor:innen haben deutlich gemacht, dass sie künftige Projekte woanders verwirklichen werden. Der Verlag hingegen hält an seiner Haltung fest, den Diskurs innerhalb der gesetzlichen und demokratischen Grenzen offen zu führen.

Quelle