Ashura-Marsch in Berlin löst hitzige Debatte über Kinderbeteiligung aus
Nico SchulzAshura-Marsch in Berlin löst hitzige Debatte über Kinderbeteiligung aus
Schiiitische Gedenkveranstaltung in Berlin löst Kontroverse aus
Eine Demonstration anlässlich eines schiitischen religiösen Festes in Berlin hat am Wochenende für Aufsehen gesorgt. Bei dem als Ashura-Marsch bekannten Ereignis versammelten sich rund 600 Teilnehmer bei extremer Hitze. Veranstalter und Polizei sahen sich Kritik ausgesetzt, nachdem Kinder an einer Nachstellung einer historischen Entführungsszene teilgenommen hatten.
Als der Marsch begann, kletterten die Temperaturen auf bis zu 40 Grad Celsius. Bei der Inszenierung wurden Kinder aneinandergebunden und folgten einem Mann in Gelb. Aufgrund der glühenden Hitze sagten die Organisatoren eine geplante Zwischenkundgebung ab und ermöglichten den Teilnehmern, sich im Schatten auszuruhen und Wasser zu trinken.
Mehrere Personen mussten wegen hitzebedingter Kreislaufprobleme medizinisch versorgt werden. Die Polizei bestätigte später, dass die Veranstaltung weitgehend friedlich verlief und weder in Parolen, Reden, Transparenten noch Flaggen strafrechtlich relevante Inhalte festgestellt wurden. Dennoch verboten die Behörden die Darstellung nach einer Abstimmung mit den Veranstaltern, woraufhin der Veranstaltungsleiter die Theaterszene stoppte.
Das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus verurteilte die Demonstration als islamistisch und warf den Teilnehmern vor, Symbole des islamistischen Terrors zu unterstützen. Auch Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) kritisierte die Einbindung von Kindern scharf und bezeichnete es als inakzeptabel, sie bei solchen Kundgebungen zu instrumentalisieren oder auszunutzen.
Der Ashura-Marsch sollte als Solidaritätsbekundung mit unterdrückten Menschen weltweit dienen. Trotz der extremen Hitze und gesundheitlicher Bedenken verlief die Veranstaltung ohne größere Zwischenfälle. Die Kritik konzentrierte sich vor allem auf die Beteiligung von Kindern an der Nachstellung sowie auf den Charakter der Demonstration selbst.
