Arzneimittelknappheit 2025: Warum lebenswichtige Medikamente monatelang fehlen
Amelie BrandtArzneimittelknappheit 2025: Warum lebenswichtige Medikamente monatelang fehlen
Arzneimittelknappheit belastet deutsche Apotheken 2025 weiter – lebenswichtige Medikamente monatelang nicht verfügbar
Auch im Jahr 2025 leiden deutsche Apotheken weiterhin unter massiven Arzneimittelengpässen, die Patienten über längere Zeiträume hinweg den Zugang zu essenziellen Medikamenten erschweren. Allein in diesem Jahr wurden über 1.500 Meldungen zu Lieferengpässen registriert, die mehr als tausend verschiedene Präparate betreffen. Betroffen sind vor allem Patientinnen und Patienten, die auf lebensnotwendige Therapien angewiesen sind – von Psychopharmaka bis hin zu Antibiotika.
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen das Ausmaß der Krise: 1.514 Meldungen dokumentierten im Jahr 2025 insgesamt 1.041 unterschiedliche Versorgungsengpässe. Besonders dramatisch ist die Situation bei Antipsychotika, die in 173 Fällen mit 151 verschiedenen Pharmazentralnummern (PZN) betroffen waren. Die Engpässe dauerten hier im Schnitt 230 Tage an und setzten rund eine Million Patientinnen und Patienten, die auf diese Medikamente angewiesen sind, einem erhöhten Risiko aus.
Auch Antibiotika, die von etwa 2,2 Millionen Menschen eingenommen werden, waren von 85 Lieferengpässen bei 78 PZN betroffen – jeder Mangel hielt durchschnittlich 122 Tage an. Der Geschäftsführer des Gesundheitsdateninstituts Zi warnte, dass sich überlappende Antibiotika-Knappheiten die Patientenversorgung verschlechtern und die Entwicklung von Resistenzen beschleunigen könnten. Gleichzeitig litten lipidsenkende Medikamente, die rund zwei Millionen Patientinnen und Patienten einnehmen, unter 89 Engpässen bei 80 PZN mit einer durchschnittlichen Dauer von 156 Tagen.
Bei Antidepressiva, einer weiteren kritischen Medikamentengruppe, gab es 130 Meldungen zu Lieferproblemen, die 126 PZN betrafen und im Schnitt 107 Tage anhielten. Trotz des 2023 verabschiedeten Lieferengpassbekämpfungsgesetzes berichten Krankenkassen von keiner nachhaltigen Verbesserung der Arzneimittelverfügbarkeit. Die gesetzlichen Maßnahmen haben die strukturellen Ursachen der anhaltenden Versorgungslücken bisher nicht behoben.
Die anhaltenden Engpässe offenbaren tiefe systemische Schwächen in der deutschen Arzneimittelversorgung. Mit Millionen betroffenen Patientinnen und Patienten droht die ungelöste Krise die Gesundheitsversorgung weiter zu belasten. Die Behörden beobachten die Entwicklung weiterhin genau, während der Druck auf politisch tragfähige Lösungen wächst.






