04 April 2026, 08:09

Apotheken in Deutschland kämpfen um faire Vergütung und Überlebensfähigkeit

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo mit der Aufschrift "19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 US-Dollar pro Jahr an Arzneikosten sparen".

Apotheken in Deutschland kämpfen um faire Vergütung und Überlebensfähigkeit

Apotheken in ganz Deutschland sehen sich wachsendem finanziellen und regulatorischen Druck ausgesetzt – sowohl Branchenvertreter als auch Landespolitiker zeigen sich besorgt. Bei einem jüngsten Treffen in Hessen wurde die Notwendigkeit fairer Vergütungsmodelle und strengerer Kontrollen betont, um die Zuverlässigkeit und Erreichbarkeit der lokalen Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.

Die Staatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration besuchte das Verteilzentrum des Pharmagroßhändlers Noweda, um über die Herausforderungen der Apotheken zu diskutieren. Dort traf sie auf Vorstandsvorsitzenden Dr. Michael Kuck, der die Bedeutung stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen unterstrich – darunter eine höhere Festvergütung für apothekerliche Dienstleistungen.

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Sowohl Optendrenk als auch Kuck waren sich einig, dass Apotheken weit mehr leisten als die bloße Abgabe von Medikamenten. Dazu zählen Impfungen, diagnostische Leistungen und die Versorgung mit Hilfsmitteln – allesamt Angebote, die die Patientenversorgung verbessern und lokale Gesundheitsnetze stärken. Optendrenk hob zudem die Rolle der Apotheken als Anlaufstelle für Beratung und Arzneimittelsicherheit hervor, insbesondere in ländlichen Regionen, wo sie oft erste Ansprechpartner sind.

Thema war auch der Wettbewerb: Kuck wies darauf hin, dass stationäre Apotheken und Großhändler strenger reguliert werden als Versandapotheken und Drogerien. Hessen wiederum lehnt Bundesvorschläge wie das Modell der "Apotheke ohne Apotheker" ab, das der Bundesrat kürzlich zurückwies. Stattdessen setzt das Land auf bessere Vergütungsstrukturen, um die wirtschaftliche Stabilität der Vor-Ort-Apotheken zu sichern.

Seit Januar 2023 gelten verschärfte Regelungen durch das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (AVWG), das den Transport temperaturempfindlicher Medikamente streng kontrolliert. Versandapotheken müssen nun validierte Systeme mit Datenloggern nutzen und die Einhaltung der Good Distribution Practice (GDP) nachweisen. Die Änderungen sollen zwar die Patientensicherheit erhöhen, belasten die Betriebe aber mit zusätzlichen Kosten.

Das Treffen in Hessen machte deutlich: Für eine zukunftsfähige Apothekenlandschaft braucht es faire wirtschaftliche Bedingungen und ausgewogene Regulierung. Angesichts der bereits umgesetzten Transportvorschriften müssen Politik und Branche nun Lösungen für Finanzierung und Wettbewerb finden – sonst steht die Versorgungssicherheit, besonders in ländlichen Gebieten, auf dem Spiel. Die Weichenstellungen von heute entscheiden, wie Gemeinden künftig Zugang zu essenziellen Gesundheitsleistungen erhalten.

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