18 April 2026, 22:08

22.000 protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt – Collien Fernandes bricht ihr Schweigen

Eine Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße bei einer Demonstration, einige halten Schilder und andere fahren Fahrräder, im Hintergrund ist ein Gebäude mit Fenstern, Bogengängen, Säulen und Skulpturen zu sehen.

22.000 protestieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt – Collien Fernandes bricht ihr Schweigen

Tausende demonstrieren in Hamburg gegen sexualisierte Gewalt

Tausende Menschen versammelten sich am vergangenen Wochenende in Hamburg, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren. Collien Fernandes, die kürzlich ihren Ex-Mann der Misshandlung bezichtigte, betrat die Bühne in einer schusssicheren Weste. Die Polizei bestätigte, dass sie nach ihrem öffentlichen Statement eine Woche zuvor Todesdrohungen erhalten hatte.

Fernandes rang sichtlich um Worte, betonte aber entschlossen, das Schweigen über Gewalt zu brechen. Sie fragte, warum Überlebende unter Druck gesetzt würden, ihre Peiniger öffentlich zu benennen, während die Täter selbst schweigen. Um sie herum berichteten andere Frauen von ihren eigenen Erfahrungen und machten deutlich, dass es sich nicht um Einzelschicksale, sondern um ein strukturelles Problem handle.

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Die Veranstalter schätzten die Teilnehmerzahl der Hamburger Demonstration auf 22.000 Menschen, die Polizei ging von 17.000 aus. Die Kundgebung endete mit dem Ruf "Wir wollen alle dasselbe – die Arschlöcher in die Elbe werfen!", ein Aufruf zur Rechenschaft. Die Proteste sind Teil einer breiteren Bewegung; ähnliche Demonstrationen fanden bereits in Berlin und Köln statt, weitere sind in München geplant.

Bei der Berliner Veranstaltung hatte die Aktivistin Luisa Neubauer zuvor gefragt, was nötig sei, damit sich der Bundeskanzler öffentlich hinter die Betroffenen stelle. Fernandes, die unter Polizeischutz steht, unterstrich die Dringlichkeit der Situation und erklärte, sie werde sich trotz der Drohungen von Männern, die ihren Tod wollen, nicht zum Schweigen bringen lassen.

Der Hamburger Protest verstärkte die Forderungen nach Konsequenzen gegen sexualisierte Gewalt. Fernandes' Auftritt trotz der Bedrohungen machte die Risiken deutlich, denen sich Betroffene aussetzen, wenn sie an die Öffentlichkeit gehen. Die Demonstrationen breiten sich weiter in deutschen Großstädten aus – in den kommenden Wochen sind weitere Kundgebungen geplant.

Quelle