07 April 2026, 22:11

20-Cent-Gebühr für Medikamente soll Notapotheken statt Fonds stärken

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo mit der Aufschrift "19 Millionen Amerikaner sparen geschätzt 400 Dollar pro Jahr bei Arzneimittelkosten".

20-Cent-Gebühr für Medikamente soll Notapotheken statt Fonds stärken

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) plant eine Umwidmung der Verwendung einer 20-Cent-Gebühr pro Medikamentenpackung. Statt wie bisher den Pharmazie-Dienstleistungsfonds (pDL) zu finanzieren, sollen die Mittel künftig die Not- und Nachtdienstapotheken stärken. Hintergrund ist ein wachsender Überschuss im pDL, dessen Einnahmen die Ausgaben deutlich übersteigen.

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Neue Zahlen zeigen zudem einen deutlichen Anstieg bei patientenbezogenen Dienstleistungen. Im dritten Quartal nutzten mehr Menschen Medikamentenberatungen und Gesundheitschecks, insbesondere bei der Polypharmazie-Beratung und Blutdruckmessungen.

Der pDL nahm im dritten Quartal fast 35 Millionen Euro ein, verfügt aber nach Abzug der Verwaltungskosten über ein Gesamtvermögen von über 548 Millionen Euro. Trotz höherer Auszahlungen an Apotheken bleibt ein Restbetrag von 537 Millionen Euro. Insgesamt reichten 8.777 Apotheken in diesem Zeitraum Abrechnungen ein.

Bei den Patientendienstleistungen gab es bemerkenswerte Zuwächse: 78.949 Menschen, die fünf oder mehr Medikamente einnehmen, erhielten eine erweiterte Polypharmazie-Beratung – ein Plus von 69 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und 21 Prozent mehr als im Vorquartal. Weitere 91.274 Patienten erhielten Hilfe bei der Anwendung von Inhalatoren ( 18 Prozent zum Vorjahr), allerdings ein Rückgang um 16 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal. Auch Blutdruck-Risikochecks stiegen: 44.527 Tests wurden durchgeführt ( 43 Prozent zum Vorjahr, 13 Prozent zu Q2).

Der Not- und Nachtdienstfonds (NNF) schüttete im dritten Quartal 11,3 Millionen Euro aus – 12 Prozent mehr als im Vorquartal und 55 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2022. Dies spiegelt die steigende Nachfrage nach apothekerischen Notfalldiensten außerhalb der regulären Öffnungszeiten wider.

Mit der Neuverteilung der 20-Cent-Gebühr lenkt das BMG Mittel vom gut gefüllten pDL in die Notapothekenversorgung um. Angesichts von über einer halben Milliarde Euro im pDL und wachsender Nachfrage nach Patientendienstleistungen soll die Reform dringendere Gesundheitsbedürfnisse abdecken. Apotheken werden ihre erweiterten Beratungs- und Check-up-Angebote weiter ausbauen, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden.

Quelle